Wie man zur Katze kommt

Hab gestern über meinen Grufti-Blog in der Brigitte eine Email bekommen von Gabi, in der sie auch Katzen erwähnt hatte. Aber eben nur erwähnt. Da habe ich sie gebeten, doch was zu schreiben, wenn sie mag. Sie mochte, und hier ist hr Text:

Tja, jetzt überlege ich schon eine kleine Weile, wie ich anfangen soll, es ist doch etwas komplexer …
Aber egal: “Unsere” Katzen waren eigentlich Stall-Katzen, heißt, sie sind im Pferdestall geboren – nicht in unserem – und sind dort aufgewachsen (in unserem). Meine Lieblingsfreundin (ja, so nennen wir uns *grins*) seit nunmehr 17 Jahren, kam von einem Urlaub mit ihrem Pferd mit zwei Kitten (so heißen die glaube ich als Babys – oder?) zurück. O.K., sie hatte vorher angerufen, ob mir das wohl auch recht sei. Immerhin müsse ich sie ja auch mit versorgen … Naja, es war mir eigentlich NICHT recht, ich kann nicht soo viel mit Katzen anfangen (entschuldigung, ich finde sie schon niedlich und entzückend, aber ..), bin mehr der überzeugte Hunde-Freund. Und da wir d.h. meine damalige “Groß-Familie” (heute nur noch mein Mann und ich) direkt gegenüber von dem Pferdestall wohnen, sah ich durchaus die Gefahr, dass die Kätzchen eines Tages bei uns im Haus landen würden – wir hatten zu dem Zeitpunkt auch noch zwei Hunde im Haushalt. Ich will jetzt abkürzen, das führt sonst zu weit …

Jedenfalls kam es, wie es kommen musste: Katzen sind intelligent und die beiden haben natürlich nach kurzer Zeit mitgekriegt, dass sie mir nur folgen brauchten – nicht mal über eine Straße, auf dem Gehweg einfach nur hinter mir her – und schwupps: Schon waren die im Haus! Mein Mann hatte anfangs erhebliche Probleme mit der Anwesenheit der Beiden bei uns, aber alle Versuche, sie immer wieder hinaus zu locken oder direkt unfreundlich zu sein nutzen gar nichts. Auch das ihnen angebotene Gartenhaus mit extra eingebauter Katzenklappe wurde leider nicht angenommen. Nun weiß ich natürlich auch nicht, was unsere Kinder veranstaltet haben, wenn wir nicht da waren, um die Katzen ins Haus zu holen bzw. zu locken. Egal – es war dann Tatbestand für ungefähr zwei Jahre. Wir sind ein Allergikerhaushalt, leider … Ich habe Neurodermitis, dazu gesellten sich dann immer öfter tränende Augen, mein Mann ist Heuschnupfler und unsere Tochter eine Mischung aus beidem, mit Hang zum Asthma. Das wurde dann im Laufe der Zeit immer heftiger und es war klar: Das geht nicht mehr! Und ich will jetzt gar nicht davon schreiben, wie die Umstände des Zusammenlebens im Hause funktionierten bzw. nicht funktionierten! Unsere Hündinnen waren recht verständnisvoll mit den Katzendamen – nach anfänglichen Ohrfeigen, die die beiden einstecken mussten, waren die Herrschaftsverhältnisse schnell geklärt! Dann ging man sich einfach nur aus dem Weg. Es gibt reizende Schnappschüsse, bei denen ich auf dem Küchenfußboden hocke und alle Vier um mich drumherum verteilt sitzen und brav auf ihren Anteil an den Küchenabfällen (natürlich gerne Fleisch, und zwar pures!) warten – herrlich! Das sind so die schönen Erinnerungen. Weniger schön sind die durchgepinkelten Bettdecken unseres Sohnes (keine Ahnung, warum es immer dort sein musste – und natürlich hatten sie ein Katzenklo!), die Haare auf der Butter etc. etc. Überhaupt: Der Dreck im Hause nahm zwischendurch mal abenteuerliche Formen an, du musst dir vorstellen: 2 Erwachsene, die häufig Stallkleidung trugen, 2 Jugendliche, die das ebenfalls anhatten, 2 Hunde, die – natürlich – ebenfalls Pferdestall- und Mistbehangen waren, und jetzt noch die vielen Katzenhaare dazu – man muss es mögen!

Jedenfalls war das Ende unserer Katzenzeit spätestens erreicht, als wir mit unserem Pferd den “alten”, gegenüberliegenden, Stall verließen und ins Umland von Hannover gezogen sind (also nur das Pferd). Eine Katze hatte es sich schon länger bei einer direkten Nachbarsfamilie gemütlich gemacht (sie wurde regelmäßig gefüttert, meine Tochter hat es gehasst!), und die andere haben wir versucht, im “neuen” Stall heimisch werden zu lassen. Wir haben sie also umgesiedelt. Nun, dieser Umsiedlungsversuch ist gescheitert, schon am übernächsten Tag war sie von dort verschwunden. Wir vermuten, dass sie sich eine Familie dort gesucht hat und uns ganz schnell vergessen hat. Es wurde jedenfalls nie eine tote Katze im nächsten Umfeld gefunden, sie muss es also überlebt haben, so hoffe ich zumindest!

Ja, das ist mein Monolog zum Thema “Katzen im Hause Kaiser”!

Kommentare

9 Kommentare zu “Wie man zur Katze kommt”

  1. Charley am August 11th, 2007 18:40

    Tja, Katzen sind, wenn sie ersteinmal Freundschaft geschlossen haben, anhängliche Wesen. Das wissen wir nur zu Gut. Sie können auch nicht verstehen, wenn man eine Allergie hat. Wir sind “resistent”. Jenen Umstand nutzen unsere auch schamlos aus. Sally, die Wilde von draussen, schläft bei mir im Bett. Nicht nur einfach so, nein, direkt in Gesichtshöhe! Sie ist “Papakind” und das mit Leidenschaft. Fouwler schläft bei meiner Frau und das verteidigt er auch. Die anderen Beiden schlafen in der Nähe. Obwohl Bertl auch den Drang in mein Bett hat, wartet er auf seine Gelegenheit. So ist das eben. Wir haben das akzeptiert und die Haare…..naja, man gewöhnt sich an alles. Staubsauger marsch!! Will damit nur sagen, Katzen suchen uns aus, niemals umgekehrt. So sind wir ein Haushalt, den so mancher nicht nachvollziehen kann. Muss er auch nicht. Früher hatten wir teure Möbel, heute stört uns so manches einfach nicht mehr. In dem Sinne, liebe Grüsse vom Charley mit Andrea und unseren Katzen.
    PS: bitte alles nicht so ernst nehmen.

  2. renate am August 11th, 2007 19:09

    Ich habe nicht eine einzige Klamotte ohne Katzenhaare – obwohl mein Kleiderzimmer für Katzen streng verboten ist und da auch keine reinkommt…

  3. Charley am August 12th, 2007 18:14

    Ich grinsmaldiabolisch….hähä.
    Schönen Sonntag, @–>->–.Charley

  4. Cecie am August 13th, 2007 15:41

    natürlich suchen sie uns aus, nicht umgekehrt. so erging es mir/uns mit allen meinen/unseren fellnasen, und das sehr nachdrücklich. ist es nicht ein tolles gefühl, so unbedingt das neue zuhause sein zu sollen? bei all meinen katzen habe ich das gefühl, sie wären nirgendwo auf der welt lieber als bei uns, und das ist absolut grossartig!

    mich fragen die leute ständig, wie ich es mache, nicht wie eine fusselrolle auszusehen (ich trage sehr viel schwarz und habe eine katze mit weissem bauch ;o). ich hab da ein paar kleine tricks, einer davon hat was mit paketklebeband zu tun, hihi. abgesehn davon wären mir katzenhaare auf meiner kleidung nie peinlich, schliesslich wurde mir die ehre ihrer gesellschaft zuteil, wie könnte mir da etwas im zusammenhang mit ihnen unangenehm sein?

    viele grüsse, silke

  5. renate am August 13th, 2007 15:58

    Ich liebe meine Leisetreter sehr, doch ihre Haare auf sämtlicher Kleidung von mir, das finde ich offen gestanden nicht so klasse. Doch es gibt Schlimmeres … ;-)

    P. S.: Eine Fusselrolle habe ich natürlich auch…

  6. Axel am August 20th, 2007 19:01

    Und manchmal muß man einfach aufgeben. Es ist kein Zufall, das mittlerweile alle Freunde und Bekannte Katzenhalter sind, die haben Verständnis…
    Grüße
    Axel

  7. Charley am August 21st, 2007 23:54

    Jo, Axel, Du sprichst mir aus der Seele. Das ist auch bei uns der Fall. Grüss mir die Anlaje.
    LG vom Charley
    (Tschuldigung, ich hab einfach mal die persönliche Form gewählt)

  8. cleo am August 23rd, 2007 10:07

    Wir geben alles, aber auch wirklich alles, damit unser Dosenöffner niemals ohne wenigstens ein bischen von uns anhaften zu haben aus dem Haus geht. Flusenrolle, Wäschetrockner – sie versucht jeden Trick, um unsere Liebesgaben loszuwerden. Nutzt aber nix. Zwischenzeitlich ist es so weit, dass sie, setzt man ihr ein Essen ohne Fell vor, ihr das gar nicht mehr schmeckt…

    LG – Cleo

  9. renate am August 24th, 2007 09:18

    Liebe Cleo,
    also wir machen das ähnlich. Renates Wohnung ist von unten bis oben verhaart. Auch das Auto.
    Ob ihr unser Fell schmeckt, das haben wir noch nicht raus gekriegt, aber wir arbeiten dran.

    Lieber Gruß von Felix

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