Tschiiiiilp!

Diese köstliche Geschichte mit ebensolchen Fotos hat mir Jutta gemailt. Danke, liebe Jutta!


Sonntag in aller Frühe in unserm Garten. Lautes Gepiepe und Getschilpe.
Nun sind wir allgegenwärtiges Vogelgezwitscher ja gewohnt. Wir leben zwar mitten in der Stadt in einer katzenreichen Siedlung, haben aber trotzdem eine beachtliche Vogelpopulation, besonders Meisen aller Art und Amseln. Aber dieses Getschilpe war doch ungewöhnlich laut und nahe. Maxi und Paulchen waren auf Frühpatrouille im Revier und zunächst mal nicht zu sehen. Dann tauchte unser Paulchen aber plötzlich im Garten auf und zeigte uns den kleinen Krachmacher…

Vogel1

Keine Sorge, Paulchen hat nur geschnuppert und bekam prompt von dem kleinen Schreihalts einen ordentlichen Schnabelhieb verpasst. Auatsch!
Mein Mann hat dann umgehend eine Rettungsaktion eingeleitet – für Amselkind, Paulchen muss schon mal selbst auf sich aufpassen – und Amselkind einige Grundstücke weiter in einem katzenfreien und vermeintlichen sicheren Garten ausgesetzt. Aber was macht der kleine Schreihals? Tippelt meinem Mann hinterher und sitzt natürlich prompt wieder in unserm Garten…
Vogel2

„Maaaamiiiii! Paaaapiiiiii! Holt mich hier raus! Hier sind lauter blöde Katzen, die noch nicht gefrühstückt haben!“

… nun aber scharf beobachtet von Paulchen, Maxi und Nachbarskatze Mina.

Vogel3

„Maxiiiii! Minaaaa! Hier isser wieder!“

Vogel4

Na, wer schüchtert hier wen ein?

Vogel5

Ein wehrhaftes kleines Federbällchen.

Vogel6

„Kann mir mal einer sagen, was ich mit dem Federbällchen jetzt machen soll? Der will ja nicht mit mir spielen!“

Vogel7

„Ach Doooosi, lass mich doch reihein! Das kommt mir alles so seltsam vor!“

Keine der ausgewachsenen Katzen, die alle drei geschickte und erfolgreiche Jäger sind, traute sich an Amselkind ran, Amselkind hackte mit seinem Schnäbelchen wie verrückt um sich und hielt alle auf Distanz. Aber er konnte ja nicht bei uns bleiben, irgendwann hätte Paulchen seine Verunsicherung mit Sicherheit überwunden, und Maxi sowieso, ganz zu Schweigen von den vielen andern Pelznasen im Revier. Tja, was also tun? Mein Mann hat ihn dann wieder einige Gärten weiter verfrachtet, wo wir auch das Nest der Familie vermuteten. Aber die Eltern kamen ihn leider, leider nicht abholen und seine Rufe waren noch lange zu hören. Schließlich erbarmte sich eine Nachbarin, holte ihn rein und den Rest des Tages konnten wir dann beobachten, wie unsere Nachbarn im Garten nach Regenwürmern suchten. Am Montag haben sie Amselkind dann dem Tierschutz übergeben.

Fotos: Charles Schwinge
Text: Jutta Schwinge

2 Kommentare zu „Tschiiiiilp!“

  • Susanna Wierichs:

    Das ist ein wunderschönes Ende einer soooo spannenden Begegnung. Leider, leider geht es bei uns fast immer anders aus. ´`((
    Toi, toi, toi für alle anderen Vogelbabys!
    Susanna

  • Jutta Schwinge:

    Ja, diesmal gab es ein Happy End. Die Nachbarin hatte Huge (so hatte sie ihn getauft, weil er da den Boss machte ;-)) ins Tierheim gebracht, wo schon ein fast gleichaltriger Artgenosse in der Voliere sass. Die beiden werden jetzt zusammen gepäppelt und dann ausgewildert.
    LG
    Jutta

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