Fortsetzung der Geschichte

Angst um Lili – II.

Lilis Appetit war nie besonders groß gewesen. Kleine Portionen, sehr gemächlich verputzt. Schlingen Felix und Lieschen ihr Futter im Zeitraffer runter, lässt Lili sich Zeit. Sie beschnuppert jedes einzelne Körnchen und prüft, ob es ihrem Geschmack zusagt, denn sie frisst beileibe nicht alles, was ich ihr hinstelle. Vermutlich hat sie einen sehr guten Sensor, der ihr sagt, was bekömmlich ist und was nicht. Dass Lili einen empfindlichen Magen hat, weiß ich schon lange.

Es war vor ungefähr sieben Jahren – als sie noch weniger futterte als normal und schließlich gar nichts mehr fraß. Die Tierärztin diagnostizierte damals eine Magenschleimhautentzündung. Lili bekam Medikamente und der Appetit kehrte zurück. Ein Jahr später wieder das gleiche – der Appetit wurde täglich geringer. Die Tierärztin runzelte die Stirn und meinte, Lilis Blut müsse untersucht werden, möglicherweise habe sie Leukose. Zuhause habe ich natürlich sofort im Internet nachgeschaut, was das für eine Krankheit ist, und dabei erfahren, dass sie tödlich verläuft und außerdem ansteckend ist. Was für ein Schock. Dann stünde Felix und Lieschen Ähnliches bevor.
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Meine “kleine” Lili

Meine zierliche Lili findet selbst auf der kleinsten Unterlage ein bequemes Plätzchen.

Allerdings kann sie sich auch sensationell geschickt “zusammenfalten”.

Frühlingsgefühle

Oh, was sehen meine von der Kälte entzündeten Augen? Ist da etwa der Frühling im Anmarsch?

Da muss ich mich doch gleich mal auf die Socken machen.

Tatsächlich, riecht nach Frühling. Na, das wurde ja auch Zeit …

Vor zwei Jahren …

Viele von Euch werden sich noch erinnern … an die Zeit vor zwei Jahren, als ich so große Angst um Lili hatte. Hier der erste Teil der Fortsetzungsgeschichte.

Angst um Lili
„Lilis Blutwerte sind nicht in Ordnung“. Den Telefonhörer in der Hand saß ich am Schreibtisch und spürte, wie sich mein Magen zusammenzog. „Könnte ein Tumor sein“, fuhr die Tierärztin erbarmungslos fort, „Magen- oder Darmkrebs, den Symptomen nach.“ Lili, meine geliebte Lili … Krebs … mir schossen Tränen in die Augen.

„Na ja, es muss nicht unbedingt Krebs sein“, versuchte die Tierärztin ihre unbedacht dahin geworfenen Worte zu relativieren, „aber Sie sollten auf Nummer sicher gehen und Lili in die Tierklinik nach Weilheim bringen. Dort kann sie ausgiebig untersucht werden. Röntgen, Ultraschall und so weiter.“ Für diese Frau war so eine Situation nichts Besonderes. Alltag eben. Für mich aber war sie kein Alltag, sondern ein Albtraum. Mir war ganz schwummerig. „Ich faxe der Klinik die Laborwerte“, fügte sie hinzu und legte dann auf. Als besonders sensibel habe ich sie noch nie erlebt. Diese Eigenschaft verliert man möglicherweise bei so einem Job, und das ist vermutlich auch besser fürs Gemüt – fürs Gemüt der Ärztin. Nicht für meines.
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Moritz oder wer?

Sieht auf den ersten Blick aus wie Moritz.

Das ist aber nicht Moritz, sondern Elena, Neuzugang hier im Haus. Sehr hübsche, aber etwas fette Katze. Fast doppelt so breit wie Moritz…

Von einem Tag auf den anderen

Lieschen geht es nicht gut. Hätte mir jemand vor nur wenigen Wochen gesagt, dass ich mich freuen würde, wenn Lieschen was futtert, hätte ich den Kopf geschüttelt. Dieser kleinen verfressenen und ewig hungrigen Katze das Futter hinterher tragen. Nicht zu denken.

Dabei weiß ich es anders. Denn bei Felix war es ähnlich. Er war auch ein Futtervernichter. Bis er dann von einem Tag auf den anderen seinen Appetit verlor. Manchmal fraß er mit Appetit, ließ aber grundsätzlich Rest in seinem Napf. Ein anderes Mal schnupperte er lediglich und tippelte von dannen.

Felix lebt nicht mehr.

Und nun Lieschen, die deutlich mehr Appetit zeigte als Felix. Ich konnte ihr die Schüssel füllen bis zum Rand (was ich nur einmal testweise gemacht habe), sie hat alles vertilgt. Und nun, mit ihrem Wirbelsäulenproblem – alles anders. Ich trage ihr das Futter hinhterher – und wenn ich Glück habe, frisst sie es.

In den vergangenen Tagen wurde ihr Appetit von Tag zu Tag weniger. Verstopfung war meine Vermutung. Eine verstopfte Katze frist nichts, weil der Körper reagiert. Das ist das Gute daran.

Also, sie fraß selbst ihre Lieblingshäppchen nicht mehr.

Heute Nachmittag habe ich meine Nachbarin geholt. Wir haben Lieschen in eine Decke gewickelt – Kopf und Po guckten raus. Um den Kopf hat sich streichelnderweise meine Nachbarin gekümmert, und in den Po habe ich das Mini-Klisiter geschoben. Lieschen fand das nicht lustig, aber die Angelegenheit war schnell erledigt.

Nach einer Stunde dann das Ergebnis. Im Katzenklo. Nachdem Lieschen die ganze Zeit versucht hat, nach raußen zu gelangen. Aber die Katzenklappe war zu. Ich musste das Ergebnis des Klistiers sehen. Ich musste sehen, ob sie überhaupt Kot ablässt – denn ein Darmverschluss ist tödlich.

Gleich nach der Erleichterung auf dem Klatzenklo ließ ich sie raus, sie fand ein paar Körnchen Futter auf der Terrasse (Futter für Lili im ihrem Terrassenkarton), die sie umgehend gleich verputzt hat. Also, ihr Appetitverlust lag offensichtlich an der Verstopfung.

Nun gebe ich ihr Öl ins Futter und hoffe, dass sie auch ohne Klistier aufs Klo kann. Denn das Drücken tut ihr offensichtlich weh.

Wie’s weiter geht mit meinem Schneeflöckchen – ich hoffe positiv. Denn die THP hat mir ein Globuli empfohlen, das ich Lieschen heute verabreicht habe. Gott sei Dank schlabbert sie gern Joghurt. Da hab ich es reingemischt.

Schlussgedanke: mit meinem geliebten Fritzchen gab es fast 15 Jahr lang keine Probleme. Danach – mit meinen anderne Katzen – ein Problem nach dem anderen. Es ist halt wie im richtigen Leben: von einem Tag auf den anderen kann alles anders sein …

Wieder eine Patientin bei den Ammersee-Katzen

Lieschen geht es nicht gut – das ist offensichtlich. Wenn ich sie gehen sehe, zerreißt es mir das Herz. Geduckt mit deutlichem Knick in der Wirbelsäule. Diagnose: Cauda equina. Verknöcherung an der Wirbelsäule, die wohl schmerzhaft auf die Nerven drückt.

Als sie vor drei Wochen geröngt wurde, war Kot im Darm zu sehen, der dann per Klistier rausgespült wurde. Ihr Appetit hat deutlich nachgelassen – und das bei der verfressenen Katze. Ich hoffe, dass nicht eine akute Verstopfung bevorsteht, denn das würde bedeuten, dass ich aufgrund der Krankheit mit ständiger Verstopfung zu rechnen habe und ihr regelmäßig ein Klistier verpasst werden müsste. Ich habe das gestern bereits versucht … und es blieb bei dem Versuch. Ich müsste dann also jedesmal mit ihr zum Tierarzt fahren. Ich gebe ihr täglich Joghurt und hoffe, dass der den Darminhalt geschmeidig hält.

Seit 10 Tagen bekommt sie noch eine weitere Globulimischung und ich wünsche meiner kleinen Liese, dass die anschlägt und ihr Linderung verschafft. Die THP hofft sogar auf eine positive Knochenveränderung. Ich hoffe mit! Denn im schlimmsten Fall stünde Lieschen eine Lähmung bevor – mit Inkontinenz. Und das wäre kein Leben für diese Katze. Die Freiheit geht ihr über alles.

Bitte drückt fest die Daumen, dass mein Lieschen, das bis vor drei Wochen noch wie ein Wiesel durch die Gegend rannte und ständig Hunger hatte, wieder die alte wird, zumindest so, dass sie keine großen Schmerzen hat und wieder mit Freude futtert, also auch Kot absetzt. Bei der freiheitsliebenden Katze kann ich die Kontrolle mit Katzenklo vergessen. Wenn sie raus will, dann will sie raus. Und wehe ich verschließe die Katzenklappe …

Ach!

Alles meins!

Dieb entwischt

Ohne Beweisfoto: Moritz, der Klau-Bär. Heute habe ich Putenbrust gekocht – ein Leckerchen für meine Leckermäulchen. Drei Scheiben waren es insgesamt. Eine davon ließ ich abkühlen und verfütterte sie an die hungrige Meute.

Die restlichen zwei Scheiben verblieben im Topf. Und genau das war ein FEHLER. Denn eine Weile später stellte ich fest, dass der Topf leer war – bis auf das Kochwasser. Wer der Dieb war, steht fest: mein schwarzes Diebesmonster. Denn Lieschen war in dieser Zeit aushäusig und Lili befand sich bei mir im Arbeitszimmer.

Trotz der üppigen Mahlzeit zeigte der Dieb danach den üblichen Appetit. Vielleicht war es auch nur der Versuch der Tat-Verschleierung. So nach dem Motto: … schau doch mal, was ich für einen Hunger habe … ich kann auf keinen Fall der Dieb sein.

Das vierte Stück, das ich vorhin als Ersatz gekocht habe, hat er mittlerweile auch schon angebissen. Doch dieses Mal kam ich rechtzeitig in die Küche …

P. S.: Weil ich auf den Topf keinen Deckel, sondern ein Holzbrettchen gelegt hatte, hat der Dieb mittlerweile erfolgreich zugeschlagen. Hat die “Ersatz”scheibe rausgefischt und ratzeputz verspeist.

Esszimmer!

Vor kurzem habe ich – übergangsweise – einen Karton auf die Terrasse gestellt. Diesen Karton hat Lili spontan zu ihrem Esszimmer deklariert, denn seitdem hockt sie sich demonstrativ ins das Behältnis und schaut mich erwartungsvoll an.

Ich werde den Karton erstmal stehen lassen, denn bei dieser Schweinekälte ist es bestimmt besser für meine Kleine, wenn ihre Pfötchen nicht direkt auf den Fliesen stehen.