Nachtruhe

PENG!

KRACH!

SCHEPPER!

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BUMM!

“Uff!”
Mein Unterbewußtsein war gerade damit beschäftigt, sich einen zur Geräuschkulisse passenden Traum auszudenken, als mir etwas großes, schweres wie eine Kanonenkugel zielgenau auf den Solarplexus knallt. Schlagartig bin ich wach. Oder so etwas ähnliches.

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Die Digitalanzeige meines Weckers beisst mich grell in die Augen. DREI UHR???
Jetzt reicht’s!

Ich greife mir die nächste vorbeiflitzende Katze, werfe sie der anderen gerade vorbeigeflitzten Katze hinterher in den Flur, knalle hinter den beiden die Tür zu und drehe den Schlüssel herum.
Ruhe. Wunderbare Ruhe. Nur noch sehr gedämpft dringen die Geräusche marodierender Katzen durch die geschlossene Tür. Jetzt müsste man nur noch wieder einschlafen können. Ich rolle mich in meine Decke ein und schliesse die Augen. Ruhe….

BÄM!

BÄM!

BÄM!

Es klingt wie ein Holzklotz, der immer und immer wieder gegen die Tür gedonnert wird. Mühsam öffne ich die Augen wieder und schiele auf den Wecker. 5:50 Uhr. In zehn Minuten müsste ich eh aufstehen. Ich drehe mich um, blicke in ein Paar sehr müder, sehr kleiner Augen über Tränensäcken wie Schwimmreifen und versuche mir nicht vorzustellen, wie ich warscheinlich gerade aussehe.

“Manchmal könnte ich sie echt umbringen!”
Er nickt.

Kurze Zeit später, nachdem ich den beiden den Holzklotz, den sie gegen die Tür gedonnert haben, weggenommen habe und damit beschäftigt bin, dem Zombie im Spiegel die Zähne zu putzen, fällt mir auf, dass von so etwas in Katzenforen und auf Katzenwebseiten so gut wie nie die Rede ist. Ich meine, das Gefühl, seine kleinen Lieblinge, süss wie sie sind, an die Wand klatschen zu können. Nur gelegentlich natürlich.

Das Internet ist offensichtlich bevölkert von lauter Heiligen, die mit buddhistischer Gelassenheit gesegnet und mit mildem Lächeln tagtäglich ihre fellige Brut versorgen, ganz egal was diese so anstellt. Und die ihren Mitmenschen gegenüber ziemlich unfreundlich werden können, wenn diese eigene Defizite in dieser Hinsicht zugeben.

Nun denn, ich oute mich. Ich habe weder die Gelassenheit eines Buddha noch eigne ich mich zur Heiligen. Ich gönne mir sehr böse Gedanken wenn mich meine Katzen mal an den Rand des Wahnsinns treiben und normalerweise schmeisse ich ihnen auch einige unfreundliche Dinge an den Kopf, die meistens mit rabiater Fellentfernung und Zubereitung in süss-saurer Soße zu tun haben.

Das war es allerdings auch schon mit Dampf ablassen. Ich werde schliesslich meine Katzen nicht dafür bestrafen, dass sie sich wie welche benehmen.

Und morgen kaufe ich mir Ohrstöpsel und bastele einen Heiligenschein aus Alufolie!

Autor: Andrea von den haarigen Biestern

3 Kommentare zu „Nachtruhe“

  • Jutta:

    Woher weißt Du, was letzte Nacht bei uns los war?!?!?!?!?! ;o)))

  • Jutta:

    Es regnet nonstop. Die Miezerei pennt den ganzen Tag, das ist man ja aus der heißen Zeit so gewohnt, wenn katz die ganze Nacht auf Tour ist. Aber jetzt? Abends wird entsetzt aus der Terrassentür gekuckt, dann zur Haustür gesprintet, dort rausgekuckt. Egal, vorne wie hinten, es regnet. Und wir haben zwei ausgeruhte und unausgelastete Katzen des nachts im Haus. Ohhhh Mannooooo! Während Maxi sich noch halbwegs ruhig verhielt, fing Paulchen gegen 1 Uhr an, unser Bett als Trampolin zu nutzen. Dass wir drin lagen, hat ihn nicht gestört, im Gegenteil, man kann sich dann ja auch prima auf Dosines Brustbein setzen – ächz – und ihr die Nase ins Gesicht drücken oder dem Dosi ins Kreuz springen. Hey, ich bin wach! Ihr auch! smiling bouncing smiley Zwischendurch wird dann heftig und laut geschmust, da ist an Schlaf auch nicht zu denken. Da mein Mann zeitig raus musste, bin ich um zwei mit Bettdecke und Paulchen nach unten ins Wohnzimmer umgezogen. Prima, meint Paulchen, da hüpfen wir doch mal über den Fernsehen auf die Schrankwand (strengstens verboten!!!) und springen dann aus zwei Meter Höhe zu Dosine aufs Sofa. Die freut sich bestimmt! Alle Angebote, doch mal rauszugehen, wurden angesichts des Regens angewidert abgelehnt. Zur Abwechslung kam Maxi dann auch noch runten und die beiden jagten sich ein paar mal die zwei Treppen rauf und runter – trampeltrampeltrampel. Dann hat Maxi sich wohl oben irgendwo wieder abgelegt. Paulchen hat sich jedenfalls dem Papierkorb unterm Schreibtisch meines Mannes zugewandt, diesen mit Donnergetöse umgekippt und gründlich durchsortiert. Irgendwann bin ich eingedöst und wurde von einem komischen Raschel-Knister-Klapper-Geräusch wach. Ich klappe ein Auge auf: Paulchen sitzt mitten auf dem Couchtisch und räumt die Schale mit dem Studentenfutter und Trockenfrüchten aus. Fressen tut er das nicht, aber man kann da ja prima mit Spielen und alles vollsabbern und dann vom Tisch schubsen…
    Gegen vier Uhr war endlich Ruhe. Um 4.58 Uhr ertönte ein forderndes MAU an meinem Ohr. Aha, Paulchen, lange nichts von Dir gehörtconfused smileyEin Blick nach draußen – ohhh trocken! Und draußen war der Kater. Ich bin wieder eingedöst und werde von einen durchdringenden Kratzen auf der Fußmatte wach – Maxi will auch raus. Es ist 5.10 Uhr. Ach ja, dann durfte ich doch tatsächlich bis 9 Uhr schlafen, wie schön dass ich noch Urlaub habe. Uuuaaaahhhhh!
    Jetzt schlafen die beiden natürlich tief und fest, damit sie heute nacht wieder fit sind…

  • Petra Schulze:

    Auweia, das kommt mir so bekannt vor.

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