Meine Katzenbande und der Neuzugang

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – mühsam ist auch die Annäherung von Felix, Lieschen und Lili an den kleinen Moritz. Aber von Tag zu Tag entwickelt sich die Sache besser.

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Vor allem die Idee, mit dem kleinen Racker jeden Tag eine Stunde an der Leine draußen ums Haus herum zu spazieren, hat sich als hervorragend erwiesen. Denn draußen haben Felix und Lili kein Problem mit Moritz. Im Gegenteil. Ich pfeife kurz, schon kommen sie angetippelt und „verfolgen“ uns auf Schritt und Tritt. Sie beschnuppern sich auch gegenseitig und wenn Moritz irgendwo liegen bleibt um neue Gerüche aufzunehmen oder sich einfach nur in den Schatten legt, legen sich Felix und Lili auch hin. Lili relativ nahe, Felix in gesundem Sicherheitsabstand. Felix tut allerdings immer wieder so, als würde ihn die Angelegenheit nicht interessieren und schaut scheinbar unbeteiligt in der Gegend herum.

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Aber kaum setzen Moritz und ich uns wieder in Bewegung, schon tippelt er wieder hinter uns her. Na, das ist doch schon mal ein gutes Zeichen!

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In der Wohnung allerdings sieht es dann wieder anders aus. Da wird gefaucht und geknurrt – von den alt eingesessenen Bewohnern. Moritz macht sich aber nichts daraus, unbekümmert spurtet er durch die Zimmer, gurrt fröhlich und fühlt sich von Tag zu Tag wohler – falls das überhaupt noch möglich ist. Denn er hat sich schon am ersten Tag in seiner neuen Umgebung sichtlich zu Hause gefühlt. Nachdem er alles erschnuppert hatte, legte er sich neben mich aufs Sofa und fiel innerhalb weniger Sekunden in Tiefschlaf.

Gestern Abend allerdings war schon ein Fortschritt zu vermelden und zwar bei der Raubtierfütterung. Felix, der nachmittags ja schon Schnupperkontakt zu Moritz aufgenommen hatte, kam in die Küche und wollte was zu fressen. Und das, obwohl Moritz auch in der Küche rum wuselte. Als kleines Lockmittel habe ich eine Büchse Thunfisch (in Wasser) aufgemacht –den lieben meine kleinen Viecher, alle vier!

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Lili futterte auf der Terrasse, Felix futterte in der Küche, Moritz futterte ebenfalls in der Küche – einen halben Meter neben Felix. Der blieb ganz ruhig, knurrte nicht, fauchte nicht, sondern genoss schmatzend den geliebten Leckerbissen. Wunderbar! Dann dachte Moritz wohl, er könne nun mal nachschauen, was so im Napf des Kollegen befindet und steckte sein Köpfchen direkt in Felix Schüsselchen. Oweia, dachte ich, jetzt gibt’s Ohrfeigen. Doch nichts passierte – im Gegenteil. Felix ging einen Schritt zurück und betrachtete den kleinen Nebenbuhler, der emsig dabei war, sich seinen Mundraub schmecken zu lassen.

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Nach der Mahlzeit saßen die drei im Wohnzimmer herum und beäugten sich gegenseitig. Aber nicht lange, dann tippelte Moritz ins Bad und holte sein Lieblingsspielzeug: die Klorolle. Die kullert er mit Riesenspaß durchs Wohnzimmer und nimmt dem Kampf mit ihr auf. Erst wird alles aufgewickelt und dann heftig zerrupft. Lili und Felix saßen mit großen Augen da und beobachteten die Vorstellung.

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Eine Weile später kam dann auch noch die Strawanzerin Lieschen mal wieder nach Hause, fraß und wollte gleich wieder von dannen ziehen. Aber ich machte ihr einen Strich durch die Rechnung, indem ich die Katzenklappe verschlossen habe. An der hat sie eine Weile rum gerüttelt und sich dann resigniert auf den Fußboden gelegt und ebenfalls Moritz beobachtet.
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Nach einer Stunde hab ich sie dann raus gelassen, und sie zischte ab wie eine Rakete.

Moritz ist nun definitiv stubenrein, allerdings hat er heute Nachmittag mit einem Pflanztrog geliebäugelt. Doch ich hab seine Absicht erkannt – er miaut nämlich immer, wenn er aufs Klo muss – und ihn aus dem Trog geholt. Brav tippelte er sofort in die richtige Richtung und erledigte sein Geschäftchen dort, wo es vorgesehen ist. Im Scharren ist er übrigens Weltmeister, was er übrigens auch draußen schon macht, wenn er eine schöne erdige Stelle entdeckt…

Nachts schläft er in meinem Bett, das ist wohl obligatorisch für ihn. Kaum liege ich auf dem Futon, kommt er auch schon angerannt.
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Ohne Leine rauslassen werde ich ihn diese Woche noch nicht, und nächste Woche wahrscheinlich auch nicht. Er ist mir einfach noch zu klein und unerfahren. Ich werde täglich mit ihm spazieren gehen und einfach auf den richtigen Zeitpunkt für die „Freilassung“ warten.

Kommentare

2 Kommentare zu “Meine Katzenbande und der Neuzugang”

  1. Christiane am August 29th, 2007 11:33

    Liebe Renate, was kann sich Moritz glücklich schätzen, das er bei Euch gelandet ist. Es ist zu schön, die Berichte über ihn und Deine 3 zu lesen und die Fotos anzuschauen. Hat er nichts gegen die Leine???
    Wir wollen wenn wir Moritz MC bekommen das auch versuchen, wir haben zwar einen ruhigen Garten und wohnen an einer nicht allzubefahrenen Sackgasse doch das ist uns ohne Leine auch zu gefährlich. Sissi bleibt ja nur am Haus, aber so ein kleiner Wusel kennt die Gefahren noch nicht. Übrigens die bunte Leine steht ihm äußerst gut. Das sich die vier so langsam aneinander gewöhnen ist prima. Wir freuen uns schon über neue Geschichten von der Rasselbande.
    Für heute liebe Grüße aus dem Bergischen
    von Christiane, Günter, Sissi u. Mausi i.R.

  2. Axel am August 31st, 2007 23:28

    Hallo Renate
    er entwickelt sich ja prächtig und er ist auch ein echt Hübscher.
    Grüße
    Axel

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