Nach der OP

Vorgestern, nachdem ich Lili aus dem Krankenhaus geholt habe, war sie wieder total verschmust und wich nicht von meiner Seite. Fieber zu messen, war wider Erwarten völlig leicht, kein Gequängel, kein Gefauche. Sie lag ganz ruhig auf meinem Schoß und schnurrte. Ich hab ein bisschen Vaseline auf ihr Popöchen gestrichen und dann das Digitalthermometer eingeführt. Sie hat sich nicht mal bewegt. Fieber hatte sie Gott sei Dank keines, sondern erst 38 , drei Stunden später dann 38.5. Das sind prima Werte.

Gefuttert hat sie auch. Teilweise die leberpastetenartige und wohlriechende Masse (riecht so gut, dass ich sie mir aufs Brot schmieren könnte) von meinem Finger geleckt und später dann auch selbständig aus dem Napf. Ganz offensichtlich hat sie Appetit, denn sie tippelt regelmäßig zu ihrem Futterplatz, wo natürlich nichts steht, denn sonst würden es die gefräßigen Mitbewohner verputzen.

Sie frisst winzige Portionen aber oft, und ich denke, das ist für ihren Verdauungstrakt auch das Beste. Es ist erstaunlich, wie sensibel sie reagiert, scheint wohl zu spüren, was gut für sie ist und was nicht.

Das Katzenklo sucht sie häufig auf, scharrt dann wie eine Wilde und macht ihre Geschäftchen, die Gottseidank die Form haben, die sie haben sollen … kleine feste Würstchen. Nur gestern Abend war das Ganze ein bisschen flüssiger, das liegt aber bestimmt daran, dass ich ihr ein bisschen Joghurt gegeben habe, das der Verdauung dient. Ich habe es ihr gegeben wegen der Flüssigkeit, lasse es aber jetzt wieder und hoffe, dass sie von alleine Wasser schlabbert, denn ich gebe ihr mittlerweile auch Diät-Trockenfutter, das sie erfreulicherweise gern frisst. Ich werde es mal in Wasser einweichen…

Das Schmerzmittel, eine süßer, dickflüssiger Saft, gebe ich über ihr Futter und sie schlabbert es problemlos. Mit der Appetit-Tablette machen ich es ebenso. Das Antibiotikum spritzt ihr jeden Tag die Nachbarin, die Ärztin ist. Das könnte ich allein vermutlich nicht, weil das Medikament brennt und sie faucht und ich sie mit aller Not festhalte. Gottseidank braucht sie nur 5 Milligramm und die sind relativ schnell gespritzt.

Die ersten Nacht nach der OP habe ich auf dem Sofa genächtigt, denn das Sofa ist ihr Lieblingsplatz und sie lag den ganzen Abend auf einem Schoß. Also habe ich einfach nur die Bettdecke geholt und dann haben wir gemeinsam die Nacht verbracht. Ich wollte sie in unmittelbarer Nähe haben, um mitzukriegen, ob alles in Ordnung ist. Sie hat dann auch die ganze Nacht auf der Bettdecke gelegen. Gegen Morgen hat sich dann auch noch Felix dazu gelegt.

Die vergangene Nacht habe ich wieder im Bett geschlafen, und Lili hat sich gleich ihr Plätzchen auf der Bettdecke gesucht und das Plätzchen war zwischen meinem Oberkörper und meinem Arm. Heute früh lagen alle vier auf dem Bett, ich konnte mich zwar kaum noch rühren, aber das macht mir nichts aus. Alle meine Leisetreter um mich rum – das mag ich. Und Lili hat auch nicht entrüstet das Bett verlassen als Moritz vom Strawanzen kam, sondern nur kurz gefaucht und sich dann gleich wieder beruhigt.

Gut ist, dass Lili überhaupt keine Lust verspürt nach draußen zu gehen, denn die Katzenklappe ist von innen verschlossen. Meine pelzigen Untermieter können also nur rein aber nicht raus. Das funktioniert prima, denn wenn eine raus will, steht sie vor der Klappe und zieht daran herum. Das macht soviel Krach, dass ich es sofort mitkriege und dann die Terrassentür öffne. Lili wie gesagt, will überhaupt nicht raus, und das ist gut so, denn die Klappe ist nicht festgeschraubt, sondern nur ins Holz gedrückt. Lieschen, die ja ihre Freiheit liebt, wie keine andere, ist es schon gelungen, die ganze Klappe aus dem Holz zu zerren! Lieschen, die kleine Katze, die gerade mal vier Kilo wiegt. Wenn also Lili raus wollte, wäre das sehr unangenehm – für sie und für mich. Aber sie will ja nicht raus, sondern macht es sich auf dem Sofa beziehungsweise dem Schreibtisch bequem. Je nachdem, wo ich mich aufhalte.

Die Bauchbinde leistet gute Dienste, und Lili lässt den Verband unberührt. Die Wunde kann also in aller Ruhe heilen.

Am Dienstag vermutlich sind die Untersuchungsergebnisse da ….

1 Kommentar zu „Nach der OP“

  • Elfe:

    Liebe Renate,
    Du bist die beste aller Katzenmütter, meine Hochachtung!
    Weiter gute Besserung für Lili!
    Elfe

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