Lili ist wieder Zuhause
Ach, was ist das für ein schöner Anblick, Lili auf meinem Schreibtisch.

Nach zwei Lili-losen Tagen, in denen ich mich so richtig einsam gefühlt habe, tippelt sie jetzt wieder durch die Wohnung und ist ständig an meiner Seite. Die Bauchbinde habe ich ihr verpasst, damit sie den Verband nicht aufzuppelt, denn der steht an einer Ecke schon weg. Also hab ich ihr ein elastisches Band ums Bäuchlein gewickelt, und das scheint sie nicht zu stören, denn sie kümmert sich überhaupt nicht darum.
Der Verband muss bleiben, damit sie nicht an der OP-Wunde oder den Fäden rumzieht. Die Wunde muss unbehelligt und in aller Ruhe heilen. Die Ärztin war sehr zufrieden, die Wunde sieht gut aus, ihrer Meinung nach. Keine entzündlichen Stellen zu sehen. Die Narbe ist so um die zwölf Zentimeter lang und der ganze Bauch kahl rasiert, 20 Zentimeter in der Länge und 15 Zentimeter in der Breite! Nun darf sie natürlich überhaupt nicht raus, was Gott sei Dank bei ihr nicht tragisch ist, weil sie es sie ohnehin nicht stark nach draußen zieht. Ihre Geschäftchen verrichtet sie sowieso lieber in der Wohnung (hab darüber ja schon berichtet … Badewanne). Natürlich hab ich ihr jetzt ein Klo hergerichtet, und das hat sie auch prompt benutzt und auch gleich ein Würstchen reingelegt, der kleine Darm funktioniert also – obwohl zwei Stellen rausgeschnitten wurden.
Sie muss jetzt einige Tage Antibiotika bekommen, mir wurden Tabletten gegeben. Da es bei Lili aber nahezu unmöglich ist, Lili Tabletten zu verabreichen, habe ich gefragt, ob man ihr das Antibiotikum auch spritzen kann. Ja, kann man. Also wird meine Nachbarin, die Ärztin, ihr nun jeden Tag eine Spritze verpassen. Praktisch, so eine Ärztin als Nachbarin! Denn es hätte mir wirklich Sorgen bereitet, wie ich ihr die Tabletten hätte einflößen können. Sie muss ohnehin noch andere Tabletten nehmen, zum Appetit anregen. Morgen wird ihre frühere Besitzerin vorbei kommen und mir vorführen, wie das geht. Denn sie hat es angeblich geschafft, Lili Tabletten schlucken zu lassen. Ich bin gespannt!
Drei Dosen Spezialdiät wurden mir auch mit gegeben und just in dem Moment, als ich ihr was davon geben wollte, kam Moritz zur Tür rein. Da war natürlich nichts mehr mit Fressen, sondern stattdessen wurde ordentlich geknurrt. Aber vor wenigen Minuten hat sie doch was gefuttert. Ich habe das Futter, eine sehr lecker riechende Creme, in der Konsistenz so ähnlich wie Leberpastete, auf den Finger gestrichen. Da hat sie fleißig geleckt und ungefähr zwei Esslöffel davon verspeist. Das werde ich später nochmal machen. Immer wieder kleine Häppchen. Ist auch besser für den Verdauungstrakt.
Morgen muss ich ihr dann ein Schmerzmittel geben, das wird hoffentlich kein Drama. Felix hat es brav aus der Kanüle geleckt. Bei Lili wird das anders ablaufen, aber irgendwie muss ich es ihr einflößen. Das mache ich vielleicht auch, wenn die frühere Besitzerin da ist.
Felix frisst nicht mehr so viel wie vor einigen Wochen, aber das ist auch nicht schlecht, denn er ist schon ein ordentlicher Brummer. Obwohl er nur 5,6 Kilo wiegt. Er sieht schwerer aus – offen gestanden. Ich beobachte zwischendurch seinen Atem und zähle. Er liegt so um die 40. Das ist gut. Erst wenn er über 60 mal in der Minute atmet, bräuchte er Herzmedikamente. Jeden Tag bekommt er eine winzige Menge eines Blutdruckmittels, und am Montag wird nochmal Blutdruck gemessen. Ich hoffe, dass die Dosis reicht. Am Montag wird auch bei Lili nochmal ein Ultraschall gemacht, um zu sehen, ob in der operierten Bauchhöhle alles in Ordnung ist.
Alles in allem habe ich in den vergangenen zwei Wochen rund 2.500 Euro an Tierarztkosten ausgegeben. Aber andere Frauen kaufen sich dafür teure Klamotten. Mir liegt das Wohl meiner Leisetreterchen am Herzen, auf neue Klamotten kann ich gut und gern verzichten. Andere Menschen gehen teuer Essen, und einmal essen gehen … da ist man pro Person locker 50 Euro los, eher mehr. Aufs Essengehen kann ich genauso verzichten. Ich koche lieber selber.
Die Ergebnisse der Biopsien werde ich vermutlich erst am Dienstag bekommen. Das ist eine lange Wartezeit. Aber ich bin guter Hoffnung, dass Lili keinen Krebs hat. Die Tatsache, dass die dieselben Probleme seit fünf Jahren immer wieder hat – so einmal im Jahr – spricht gegen Krebs. Ich wünsche mir so sehr, dass es “nur” eine Futtermittel-Allergie ist. Die muss dann behandelt werden. Und vermutlich muss sie auch regelmäßig entzündungshemmende Mittel bekommen. Abwarten.
Lieschen und Moritz geht es gut! Sie futtern viel und sind viel draußen. Den Rest schlafen sie. Schlafen ist ja die Lieblingsbeschäftigung unserer pelzigen Lieblinge…
So, das waren die neuesten Nachrichten von den Ammersee-Katzen.
P. S.: Als ich Lili heute Nachmittag abholte, gab es eine lautstarke Begrüßung. Als sie mich entdeckte, hat sie SEHR laut miaut, so nach dem Motto, wo warst du denn die ganze Zeit und überhaupt wieso hast du mich allein gelassen? Seitdem weicht sie nicht von meiner Seite und wird werden uns gleich aufs Sofa legen und gemeinsam fernsehen. Dabei wird sie natürlich auf meinem Schoß liegen und intensiv gestreichelt werden. Am Montag Abend übrigens wollte sie überhaupt nicht schmusen. Eindeutiges Zeichen dafür, dass es ihr schlecht ging.
Kommentare
8 Kommentare zu “Lili ist wieder Zuhause”
Schreibe einen Kommentar



Schön, dass die Lili-Maus wieder Zuhause ist! :) Ich drück die Daumen für die Ergebnisse.
Göttin sei Dank, daß deine süße Lili wieder zu Hause ist. Jetzt wünsch ich euch ein gutes Untersuchungsergebnis und halte fest die Daumen.
Liebe Grüße und einen Extrastreichler – falls es die Dame wünscht.
Mizi
Das freut mich, das es ihr so gut geht. Ich denke weiterhin an Euch :). Und knuddel sie mal ganz doll von mir und Felix natürlich auch.
LG Melly
Uuuiii, da isse wieder. Bin froh und so wie Du schreibst, gehts ihr ja soweit ganz gut. Das freut mich. Meine kleine Freundin, tapfer warste. Gute Besserung und liebs Grüßle von Deinem Freund aus dem Norden.
Und….Renate, auch bei Sally mußten wir eine Narkose anwenden, um sie nur zu untersuchen! Fremde habe da keine Chance sie nur anzufassen, geschweige denn die Zähne einmal zu überprüfen. Lach.
Lieben Gruß sendet Charley
puh, bin ich froh, das Du die Maus wieder zu Hause hast und sie ist so tapfer, schaut richtig bedröppelt aus mit dem Verband, aber ich hoffe das es wirklich nur die Nahrungsunverträglichkeit ist.
Wir drücken weiterhin alle die Daumen und Pfoten und Spritze geben ist eigentlich ganz leicht, habe ich bei SIssi wg. der Diabetis ja auch gemacht und sie hat immer so brav still gehalten.
Toi,toi,toi für Lili und knuddel sie auch von mir mal ganz doll.
Liebe Grüße aus dem Trüben. Hier taut es und alles sieht so häßlich aus….
Deine Christiane.
Liebe Renate,
kaum liest man einige Tage nicht mit …. Ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass alles gut ausgeht für Lili und für Dich.
Liebe Grüße
von Doris
Das Daumendrücken kann Lili gut gebrauche, liebe Doris. Sie futter zwar und macht einen munteren Eindruck, aber das Ergebnis der Gewebeuntersuchung ist relevant für den weiteren Fortgang.
Liebe und hoffnungsvolle Grüße – Renate
Es ist schön das Lilli wieder Zuhause ist.
Du hättest ihr auch einen Baby~Body anziehen können.
Weiterhin alles Gute für die kleine Maus.
LG
Kathrin