Katzenpfötchen im Blumenkasten
Er hat sich prima eingelebt, der kleine Kerl. Er ist lieb, verspielt und überaus verschmust. Kaum gehe ich schlafen, kommt Moritz schon angetippelt und lässt sich auf der Bettdecke nieder, wo er die ganze Nacht verbringt.

Mittlerweile ist er stubenrein – und scharrt mit Begeistung im Katzenklo herum. Der Durchfall wird allmählich besser und ich hoffe, nächste Woche ist alles so wie es sein soll.
Gestern hab ich eine Leine gekauft und mit ihm den ersten Ausflug gemacht – ums Haus herum. Er ist flink wie ein Wiesel, hat Freude am Leben und genießt sein neues Zuhause ganz offensichtlich. Lili hat uns übrigens begleitet. Sie ist ständig in der Nähe gewesen und hat jeden unserer Schritte überwacht. Sie hat auch schon kurz an Moritz’ Näschen geschnuppert, aber wirklich nur sehr kurz. Doch immerhin…



Nach dem Ausflug war Moritzchen dann so erschöpft, dass er einen langen Nachmittagsschlaf einlegen musste, in einem Blumenkasten auf dem Balkon, wo er sich zwischen die Pflanzen gequetscht hat. Zwischendurch ragte sein Köpfchen über den Kastenrand hinaus und hing förmlich in der Luft. Beneidenswert, so entspannen zu können! Wenn ich in seine Nähe komme, hebt er mittlerweile schon gar nicht mehr das Köpfchen. Er weiß, dass ich es bin, und von mir geht keine Gefahr aus. Schön – für ihn und für mich!



Die Annäherung an die anderen drei erfolgt sehr “gemütlich”, doch Lili schläft jetzt wieder jede Nacht auf dem Fax, und auch Felix lässt sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Liegt ab und zu auch wieder auf der Terrasse und knurrt nur dann, wenn Moritz ihm zu nahe kommt. Dann springt er auf die Brüstung und tut so, als interessiere ihn das alles nicht. Aber an seinen aufmerksam nach hinten gestellten Lauschern sieht man deutlich, dass er jedes Geräusch wahrnimmt.


Lieschen ist sehr wenig zu Hause, sie kommt eigentlich nur zum Fressen. Aber das ist bei sommerlichen Temperaturen ganz normal. Sie ist die Strawanzerin vor dem Herrn. Aber auch sie hat keine großen Probleme mehr mit ihm. Sie frisst einen halben Meter von ihm entfernt. Nur wenn er dann näher kommt, knurrt auch sie ihn an. Aber das gehört zur Annäherung dazu. Ich kenne es nicht anders. Der Kleine sucht die Nähe, die Großen knurren – müssen zeigen, wie das sich mit der Rangordnung verhält. Denn daran hält sich jede. Felix war der erste, ist also der Herr im Haus. Lieschen war die zweite und ist mit Felix sehr vertraut. Doch wenn sie auf “seiner” Decke liegt und Felix angedackelt kommt, weiß sie sofort was Sache ist und verlässt im Eiltempo Felix’ Stammplatz. Lili war die Dritte im Bunde, und respektiert die Plätze von Felix und Lieschen und legt sich dort erst gar nicht hin. Dafür schafft sie eigene und ständig wechselnde Plätze. Ihr Lieblingsplatz ist seit wenigen Wochen das Fax – weil das so schön warm ist. Ich schalte es extra für sie ein … damit sie einen warmen Popo hat, die Kleine ….;-)
Nachher werde ich mit Moritz wieder einen (angeleinten) Ausflug in Garten und Hof unternehmen. Er soll alle für ihn wichtigen Gerüche aufnehmen, damit er weiß, wo er hin gehört und wo sein Terrain ist. Katzen orientieren sich am stärksten durch ihren Geruchssinn. Jeder Gegenstand, jede Pflanze, jeder Strauch muss beschnuppert werden und dann gehört er “dazu” – zu Moritz’ Leben. Alles, was nicht riecht, ist uninteressant. Aus demselben Grund schaut eine Katze auch nur einmal ihr Spiegelbild an und danach nicht mehr – weil der Artgenosse im Spiegel nicht riecht. Das Ausssehen spielt dabei keine Rolle.



Nächste Woche werde ich den kleinen Racker wohl ohne Leine raus lassen … davor graust mir jetzt schon. Das erste Mal ist immer sehr nervenaufreibend.
Kommentare
4 Kommentare zu “Katzenpfötchen im Blumenkasten”
Schreibe einen Kommentar



Liebe Renate.
Das ist ja ein ganz suesser Fratz.
Schoen aufpassen ,wenn er naechste Woche das erste mal ohne Leine unterwegs ist.
Oh mein Herz wuerde ja bummern.
Meine Wuchtbrumme ist seit seinem Ausflug nicht mehr
draußen gewesen.Er wiegt jetzt wieder 10kilo .
Viele Grueße und viel Spass mit Moritz.
Christine ,Zausel und unsere Wuchtbrumme
10 kg – das ist wirklich eine kleine Wuchtbrumme. :-)
Ich freue mich nach wie vor mit Euch, dass der kleine Kerl nach so vielen Wochen doch wieder nach Hause gefunden hat!!!
Ganz lieber Gruß von Renate
P. S.: Dass der Racker nicht mehr raus will, lässt auf die Klugheit von Katzen schließen. Er hat aus dem unfreiwilligen Ausflug was gelernt … prima!
Hallo Renate,
Dein Neuzugang Moritz ist ein wirklich gaaaaanz hübscher. Dann lohnt sich die klitzekleine Futterspende ja doppelt.
Viel Spaß mit ihm
Ramona
Ja, er ist wirklich ganz süß, und scharfe Krallen hat er …. ;-)