Kater Moritz – allein draußen

Heute war es so weit. Freigang für Moritz – ohne Leine! Ich ging mit Lili nach unten, auf den Hof, und Moritz tippelte, leicht verunsichert, hinterher. Die Wohnungstür weit offen, das kannte er bis heute nicht…
Unten tippelte er fröhlich im Hof herum und knabberte dann unentschlossen und irritiert über die ungewohnte Freiheit, an Grashalmen herum.

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Felix hat wohl mit gekriegt, dass da was los ist und kam auch angedackelt.

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Dann aber machte Moritz sich auf die Socken, Lili und Felix im Schlepptau – was mir gefiel, denn so hatten die erwachsenen und erfahrenen Katzen den Kleinen im Auge.

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Es wurde da geschnuppert und dort, es wurde einer Hummel hinter her gehechtet, und alles in allem fand Moritz die neue Freiheit wohl sehr spannend.

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Dann ging es ab in den Nachbargarten, wo normalerweise ein riesiger Schäferhund alles bewacht. Heute war er wohl in Urlaub.

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Danach war er erst mal eine Weile nicht mehr gesehen. Ohweia ….!

Doch nach einer Weile plötzlich stand Moritz wieder auf der Matte. Er raste hinter Lili her, im anderen Nachbargarten rauf auf die Bäume und wieder runter. Und er hatte sichtlich Spaß.

Mittlerweile hatte auch Lieschen, die Strawanzerin vor dem Herrn, mitgekriegt, dass da was los war, und sah dem Treiben neugierig zu.

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Ich ging nach oben – schweren Herzens. Aber es war ja nicht meine erste Katze, die ich in die Freiheit entlassen habe…

Kurze Zeit später stand erst Lili auf der Terrasse, dann hockte Felix auf der Terrassenbrüstung und schaute in Richtung Katzenleiter. Aha, dachte ich, da wird wohl Moritz im Anmarsch sein. Richtig gedacht! Moritz tippelte übers Dach.

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Er war offensichtlich Felix und Lili hinterher marschiert und dadurch zum ersten Mal den Heimweg ohne meine Hilfe angetreten.

Er warf einen Blick durch die Birke und stand kurz darauf in der Küche, wo er zur Belohnung was zu Futtern bekam.
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Vom Futter hat er allerdings nur ein Häppchen genommen und sprang dann sofort wieder aufs Dach, tippelte in Richtung Katzenleiter und entschwand meinem Blick. Der Ruf der Freiheit war größer als der Hunger

Nach einer Viertelstunde ging ich wieder nach unten – in Begleitung von Lili, der treuen Seele – und pfiff nach ihm. Und er tauchte auch prompt auf, unter einem großen Strauch. Fröhlich rannte er hin und her und machte sich dann auf in den dritten Nachbargarten, wo er zielstrebig auf die Hausecke zu ging und hinter ihr verschwand.

Ich beauftragte Lili, ihm zu folgen. Aber wie das so ist mit Katzen, man kann sich den Mund fusselig regen, sie horchen einfach nicht. Anstatt den kleinen Kerl zu suchen, zog sie es vor, in die Wohnung zurück zu gehen und sich dort auf ihrem Lieblingsplatz, dem Fax auszuruhen.

Eine Stunde später ging ich wieder nach unten und ging pfeifend am Zaun des Nachbargartens entlang. Von Moritz keine Spur. Na ja, nur keine Panik. Der wird schon wieder auftauchen.

Das tat er dann tatsächlich – eine halbe Stunde später. Er saß unter dem Strauch neben der Katzenleiter und spielte mit seiner ersten Beute, einer bildschönen, grün-gelben Libelle. Nachdem sie ihren Geist aufgegeben hatte, hat er sie verspeist.

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Anschließend setzte er sich in den Hof, putzte sich und war ganz offensichtlich ganz zufrieden mit seinem ersten Ausflug.

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Dann marschierten wir gemeinsam nach oben in die Wohnung, wo erstmal die Raubtierfütterung stattfand. Und nun liegt er auf dem Sofa und ist sehr schläfrig.

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Der erste Ausflug ist beendet und gut ausgegangen. Und heute Nacht bleibt die Katzenklappe zu. Der nächste Ausflug findet dann morgen statt.

Kommentare

8 Kommentare zu “Kater Moritz – allein draußen”

  1. Charley am September 19th, 2007 19:11

    Liebe Renate
    Nun habe ich wieder die Zeit, um im Blog zu schnüstern. Bei uns war Revision, d.h. viele Sonderschichten. Das zu dem.// Einen schönen Kater hast Du da. Der tät mir auch wohl gefallen. Der hat was. Wünsche ihm viel Glück in Eurer Truppe. Er ist sicher schon für eine Geschichte gut.Jepp.
    Grüssle Euer Charley

  2. Renate am September 19th, 2007 19:16

    Oh ja, lieber Charley, der kleine Kerl ist mindestens für eine Geschichte gut. Wahrscheinlich für mehrere….

    Lieber Gruß an dich und deine Lieben!

    Renate

  3. Ute am September 19th, 2007 19:33

    Liebe Renate,

    schön, dass der Ausflug deskleinen Moritz gut ausgegangen ist.

    Ich weiss wovon ich rede, wenn man Menschen ins Leben eintauchen läßt. Ich rede von meinen Kindern. Ich lag nun nicht immer wach, bis sich der Schlüssel im Schloß drehte. Nein. Aber mit einem mulmigen Gefühl bin ich schon ins Bett gegangen.
    Es gab u.A. ein paar “high lights”. Anna (jetzt 17,5) hatte vor 3 Jahren die Idee nach einem Stadtfest bei ihrer Freundin Dani zu nächtigen,dies erzählte sie uns jedoch nicht. Dani ihrerseits erklärte ihren Eltern, dass sie bei Anna (uns) übernachten würde.
    Als Max mit Anhang gegen Mitternacht nach Hause kam, erzählte er von Anna´s neuen Plänen.
    Alle Handy´s waren nicht zu erreichen;-) ich fühlte mich aber verarscht. (Siehe Wertewandel, Dr. Sommer, etc.)
    Kurzerhand habe ich zu dieser unwirtlichen Zeit Dani´s Eltern angerufen.
    Alles wurde gut. Dani´s Vater hat schließlich seine Tocher erreicht, beide Mädels “eingefangen”. Am nächsten Tag gab es eine Ansage. Kein Drama, denn wir sind ja pädagogisch “Wertvoll”. Nur meinen Mann musste ich “zurücknehmen”. Anstrengend genug!!!
    Dies Abenteuer hat sich zum Glück nicht wiederholt.
    Aber ich könnte wirklich ein Buch über die Abenteuer mit mit unseren Kindern schreiben.
    Es ist wirklich unglaublich, was diesen kleinen Menschen einfällt… :-)))

    Ich wünsche Dir, Moritz bleibt “brav”

    Herzliche Grüße

    Ute

  4. Ute am September 19th, 2007 19:35

    P.S. Das letze Foto von Moritz ist genial. Diese Augen.

    LG Ute

  5. Cecie am September 20th, 2007 06:41

    hach, klasse. ich freu mich für moritz! der wird die nächsten – hoffentlich noch schönen ersten herbsttage – sicher ausgiebig zum stromern und erkunden nutzen (lieber Jamie,lieber Yoki, ich versprech euch, irgendwann wohnen wir auch wo, wo ihr weiter rauskönnt als auf den balkon)

    schön zu lesen, dass sich das bei euch alles so gut und in die richtige richtung entwickelt. nur die armen vereinsamten katzenminzmäuschen tun mir leid *schmunzel*

    viele liebe grüsse, silke

  6. Doris am September 20th, 2007 11:12

    Was für ein wunderschöner Beitrag. Moritz entdeckt die Welt. :-)

    Mein Kater heute nacht unterwegs, kam um 3 heim zum Aufwärmen, ist um 5 wieder gegangen, kam um 6 wieder und ruht jetzt auf seinem Sessel bis heute nachmittag. Was für ein Katzenleben. So ein Tagesablauf würde mir auch liegen, wenn ich denn nicht die Knete fürs Katzenfutter verdienen müßte. ;-))

    Alles Liebe für den kleinen Abenteurer und seine Beschützertruppe!

    Doris

  7. Renate am September 20th, 2007 11:21

    Momentan strawanzt der Kleine wieder ausgiebig. Ab und zu gehe ich runter und pfeife. (Den Pfiff und meine Stimme kennt er mittlerweile gut). Meistens kommt sofort Lili angetippelt. Vorhin auch Lieschen. Und irgendwann kommt auch der kleine Kerl. Der muss halt ausgiebig die Gegend erkunden. Da hat es Heike besser. Deren Katzen Mao und Maus bleiben doch tatsächlich – ganz freiwillig – im Garten. Maximal hocken sie hinter dem Gartenzaun. Sind aber IMMER in Sichtnähe! Neid!!!

  8. Jacqueline am September 26th, 2007 14:20

    Liebe Renate,

    mei das freut mich so sehr, dass der Moritz sich bei euch so gut eingelebt hat! Wenn ich dran denke, wie er auf dem Golfplatz so ängstlich gemaunzt hat. Da ist er genau bei der richtigen Katzen-Mama gelandet:-)
    Meine Laura liebt auch die Pin-Nadeln und hat stets ihren grössten Spass damit.

    Deine Fotos und die passenden Worte sind einfach klasse. Chapeau!

    Ich wünsche euch allen noch recht viele schöne Erlebnisse.

    Herzliche Katze-Grüße
    Jacqueline

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