Das war knapp

Gestern habe ich Felix wieder “umgebettet”, und dabei er nach mir mit der Pfote geschlagen, die Krallen in mich rein gehauen, gebissen und  geschrien wie am Spieß. Irgend was muss da also sein! Als ich ihn dann sanft mit der Bürste bearbeitet habe, hat er sich zwar wieder beruhigt, aber doch hin und wieder leise geknurrt und außerdem mit den Flanken gezittert. Als ich ihn auf den Rück legte und sein Bäuchlein bürstete, hat er sein Pimmelchen ein bisschen ausgefahren und kleine Fontäne in die Luft geschickt. – Alles nicht normal. Völlig un-normal besser gesagt!

Heute in aller Herrgottsfrüh habe ich meine Tierärztin angerufen und ihr gesagt, dass ich mit Felix in die Tierklinik fahre. Sie meinte auch, dass das eine gute Idee sei. (Ihre Ratlosigkeit hätte sie allerdings schon vor Wochen äußern können. Selbst gestern kam sie nicht auf die Idee, Felix zu röntgen, im Gegenteil, sie sprach zwar davon, meinte aber, dass es nichts bringen würde).

In der Tierklinik war Gott sei Dank kein einziger Mensch im Wartezimmer (Fasching und Schneetreiben), und wir kamen sofort dran. Als ich dem (älteren und offensichtlich sehr erfahrenen ) Arzt die Situation geschildert habe, auch das mit der kleinen Fontäne aus dem Pimmelchen, hatte er sofort eine Vermutung: ein Problem an der Wirbelsäule/Druck auf die Blase. Und im Gegensatz zu der Tierärztin hat er die Problemstelle auch sofort getastet. Vielleicht auch deshalb, weil er genau wusste, wo er “suchen” musste. Felix hat zwar wieder keinen Ton von sich gegeben, aber körperliche Schmerzreaktionen gezeigt. Warum die Tierärztin die nicht feststellen konnte …. mangelnde Erfahrung vermutlich. Aber trotzdem hätte sie sagen können: “Ich weiß nicht weiter, bringen Sie Felix in die Tierklinik.” Aber nein, da musste ich erst selber drauf kommen. Nun ja ….

Der Arzt vermutete eine entzündete Stelle an der Wirbelsäule und machte rein vorsorglich eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens. Es kann nämlich sein, dass von dort aus Gerinsel in der Gegen herumd wandern, sich an der entzündeten Stelle festsetzen und zusätzlichen Druck ausüben (oder so ähnlich).

Diese vorsorgliche Untersuchung hat sich als Segen heraus gestellt, denn Felix hat – neben dem Wirbelsäulenproblem – eine krankhafte und sehr gefährliche Herzmuskelvergrößerung. Die kann nämlich Trombosen verursachen, die ruckzuck zum Tod führen können. Felix hätte im Grunde schon längst tot sein oder in der nächsten Zeit einfach umfallen können. Aus, Ende!

Nach der Ultraschall-Untersuchung wurde er geröntgt, und ähnlich wie erwartet, kam eine massiver Verknöcherung von zwei Wirbelkörpern zum Vorschein. Die haben zu einer Nervenentzündung und diesen erheblichen Schmerzen geführt. Der kleine Kerl schlägt sich also bereits seit Monaten mit argen Schmerzen herum und keiner hat es ernst genommen! Gott sei Dank bin ich jemand, der sich nicht auf Aussagen von Ärzten verlässt, wenn die Sachlage es erfordert und ich bin heilfroh und sehr glücklich, dass Felix nun die Medikamente bekommt, die er dringend braucht.
Die Sache mit dem Herzmuskel wird bis ans Ende seiner Tage medikamentös behandelt werden müssen. Das Blut wird verdünnt, damit keine Trombosen entstehen können.
Die Nervenentzündung wird vorerst medikamentös behandelt, aber es bestehen gute Aussichten, dass er mit der Verknöcherung leben kann – ohne Schmerzen und ohne Medikamente. Abwarten!
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Jetzt liegt der kleine Bursche vor der Heizung auf meiner zur Katzendecke umfunktionierten Strickjacke und ich sehe ihm die Erleichterung an. Denn er spürt, dass sich was verändert hat seit heute früh. Und er hat auch keine Angst mehr, wenn ich die Hand nach ihm strecke. Denn er weiß seit heute Vormittag, dass ich äußerst behutsam mit ihm umgehen werde. Wenn ich ihn jetzt streichle, knurrt und faucht er nicht mehr (so wie gestern noch), sondern schnurrt. Und beißen und kratzen tut er auch nicht mehr. Ich merke ihm so richtig an, dass er weiß, dass ich das Richtige für ihn gemacht habe. Heute. Endlich!

Kommentare

8 Kommentare zu “Das war knapp”

  1. mrs. steph am Februar 24th, 2009 22:32

    Gute Besserung an den kleinen Patienten und ja du hast Recht, man sollte sich nicht immer nur auf die Aussage des Hausarztes verlassen, wenn man “Bauchschmerzen” mit der Prognose hat, sollte man sich noch eine zweite Meinung einholen.

  2. Renate am Februar 24th, 2009 23:25

    In dem Fall war das Misstrauen allerhöchste Zeit, liebe Stephanie. Seit Monaten hat der kleine Kerl arge Schmerzen – und er ist wirklich nicht wehleidig. Wenn Felix vor Schmerzen schreit, muss es fürchterlich weh tun… das weiß ich jetzt. Endgültig.
    Die Ärztin hatte übrigens keine Diagnose, sondern zuckte nur mit den Schultern und konnte sich nicht erklären, warum Felix schreit – zu Hause. In der Praxis hat er ja keinen Mucks von sich gegeben. Die Angst war größer als die Schmerzen. Ach, der arme kleine Kerl. Ich bin so froh, dass er sich jetzt wieder anfassen lässt und schnurrt!

  3. Cecie am Februar 25th, 2009 08:03

    meine güte, ich hab ja befürchtet, dass da was dahinter ist, aber SOWAS? ich hab richtig tränen der erleichterung in den augen, vor allem, weil ihm so direkt geholfen werden konnte (und du weisst ja grad um die eigene hilflosigkeit im hause katzengeflüster mit Yokis schmerzen)

    (übrigens ein dringender grund für mich, die hausärztin zu wechseln, denn ein guter arzt erkennt vor allem seine grenzen, aber da bist du ja sicher eh mit mir einer meinung.)

    ich wünsche dir viel kraft & hoffe, dass die schlimme zeit für “den glücklichen” jetzt wirklich vorbei ist.

    liebe grüsse, kraul den tapferen mal vorsichtig von mir!

  4. Steffi am Februar 25th, 2009 08:53

    Ohje der Arme! Super, dass du noch zur Tierklinik gefahren bist. Ich hoffe das wird ganz schnell wieder ohne Schmerzen leben kann!

  5. Renate am Februar 25th, 2009 12:02

    Heute ist der kleine Kerl schon besser drauf, Gott sei Dank!

    Einen guten Tierarzt zu finden, ist Glücksache, liebe Cecie. Ich spreche aus leidvoller Erfahrung…

    Herzlicher Gruß von Renate

  6. Renate am Februar 25th, 2009 14:38

    Liebe Christiane, ich würde wechseln, wenn es eine “vernünftige” Alternative gäbe. Ich habe mit fast allen Tierärzten schon schlechte Erfahrungen gemacht. Selbst in der Tierklinik von gestern. Dort war ich vor Jahren mit Lili. Sie wurde untersucht und dabei übersehen, dass sie eine zwei Zentimeter lange Wunde innen am Hinterlauf hat. Auch das Hämatom (schreibt man das so?) am Po wurde nicht entdeckt. – Das wiederum hat meine aktuelle Tierärztin entdeckt.
    Ich werde also mit ihr sprechen und sie fragen, warum sie die Schmerzen von Felix einfach so akzeptiert hat, ohne mir zu sagen: “bringen Sie in in die Tierklinik.”
    Herzlicher Gruß und alles Liebe für die kleine Sissi! Renate
    P.S.: Mit Tierheilpraktikern musst du auch vorsichtig sein. Kügelchen helfen nur bedingt – und in bestimmtem Fällen gar nicht. Kommt darauf an, um was es sich handelt. Felix zum Beispiel spricht supergut auf Phosphor an – bei leichten Entzündungen. Aber was beispielsweise bei dem Kater von Cecie abläuft, da sollte man dann schon im Sinne des Katers handeln. Denn eine lang andauernde Entzündung schadet dem Körper letztendlich mehr als “Chemie”.

  7. Conny am Februar 26th, 2009 21:11

    Manno, Renate, das war aber wirklich knapp! Gut, dass die Diagnose jetzt steht!

    Das ist doch das Wichtigste überhaupt – eine Diagnose, und zwar keine auf Verdacht, sondern eine mit den richtigen Untersuchungen und ausgewerteten Ergebnissen erhobene Diagnose, nach der man dann richtig behandeln kann.

    Gute Besserung weiterhin, Felix!!

  8. Renate am Februar 26th, 2009 21:17

    Ja, liebe Conny, seit der Diagnose geht es mir besser, denn ich weiß, woran ich bin.

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