Archiv für die Kategorie „Kunterbuntes“
Jungbrunnen
“Also, ich hab zu Weihnachten ein wunderbares und sehr sinnvolles Geschenk bekommen: eine Frischebox. In der werde ich mich jeden Tag ein Stündchen aufhalten, und dann bin ich in ein paar Monaten nicht mehr wieder zu erkennen. Soll nämlich wahre Wunder wirken, das Ding.

Wenn’s funktioniert, bestell ich nächste Weihnachten für Renate auch so ne Box, ein paar Nummern größer natürlich. Denn die hat’s wirklich nötig. Aber … pssst … nicht weitersagen. Sonst ist sie beleidigt.
Beste Grüße – Eure Lili”
Schwester Renate
So, die Spritze hab ich Moritz verpasst. Ging ganz einfach. Ich hab das ja – leider – vor vielen Jahren gelernt, das Spritzen geben. Damals hatte Fritzchen arge Nierenprobleme und ich musste ihm mehrere Wochen lang jeden Tag ein Medikament spritzen. Der Tierarzt hat mir gezeigt, an welcher Stelle und auf welche Weise ich Fell (mit Gewebe) hochheben und festhalten muss. Dann schwupps die Nadel reinstechen … fertig. Fritzchen hat seinerseit nicht mal gemuckt.
Moritz heute hat kurz ein leises “äh” von sich gegeben, ich hab den Inhalt aus der Kanüle gedrückt – und die Sache war erledigt. Ich denke, es tut nicht mehr weh, als wenn bei uns Blut abgenommen wird. Da spürt man ja auch nur einen kurzen Piekser.
Jetzt bekommt er am Mittwoch nochmal die Spritze und das wars dann. Bis zum nächsten Mal. Der Raufbold verwickelt sich ständig in irgendwelche Revierkämpfe. Die meisten Ergebnisse behandle ich ja selbst und ohne Tierarzt, aber dieses Mal habe ich ja keine Verletzung entdecken können und bei seinem Gewimmere und Gefauche habe ich mir doch ernsthaft Sorgen gemacht. Und das wäre kein Weihnachten für mich gewesen – ohne ihn untersuchen zu lassen. Es gibt Menschen, die können tagelang ihre verhaltensgeänderte Katze anschauen, ohne auf die Idee zu kommen, mit ihr zum Tierarzt zu gehen. Ich kann das nicht. Und das ist auch gut so! Ich habe die Verantwortung für meine pelzigen Untermieter, und der komme ich mit Freude nach. Geht es der Katze gut, freut sich der Mensch.
Nachdem er die ganze Nacht auf Strawanze war, liegt er jetzt in meinem Bett und schläft den Schlaf der schwarzen Rabauken … unter der Decke.
Immer wieder an Weihnachten
Vor zwei Jahren war Lili krank. Letzte Weihnachten jammerte Moritz dauernd, wenn ich ihn anfasste, doch der Arzt konnte nichts finden.
Dieses Jahr hat Lili den allergrößten Appetit. Lieschens Verletzungen (eine mittelgroße Wunde unterhalb des Halses und ein Biss an der linken Vorderpfote) sind gut verheilt. Ich dachte also, dieses Jahr hab ich zu Weihnachten Ruhe. Falsch gedacht. Heute früh kommt Moritz in mein Bett gehüpft, ich streichle seinen Bauch … er faucht und jammert. Ich untersuche ihn, kann aber nichts finden. Ein paar Stunden später streichle ich ihn wieder, er jammert und faucht. Ich untersuche ihn. Aha, sobald ich den linken Vorderlauf berühre, wird er ungemütlich. Ich untersuche das Bein, finde nichts. Aber wenn er faucht, hat er dort was. Tierarzt und THP sind bereits in Weihnachtsurlaub. Ich rufe in der Tierklinik an – die haben Gottseidank Sprechstunde (aber auch sonst ist dort immer jemand zu erreichen, rund um die Uhr). Ich packe Moritz ins Körbchen und fahre nach Dießen. Unterwegs Katzenkonzert vom Feinsten.
Das Sprechzimmer ist verwaist – kein Mensch da. Auch kein Tier. Na gut, da brauche ich wenigstens nicht lange zu warten. Ein paar Minuten, meint die Sprechstundenhilfe. Während ich warte, kommt eine Freundin aus dem Dorf mit Katzenkorb. Mathilda, so heißt ihre hübsche graue Dame, hat sich mit einem Marder angelegt. Folge: ordentliche Bisse im Bauch. Aber Gottseidank ist fast alles wieder in Ordnung
Die Ärztin winkt mich ins Sprechzimmer und Moritz wird untersucht. Erst lässt sie ihn im Sprechzimmer rumlaufen – Test, ob er das Bein be- oder entlastet. Er belastet. Das ist schon mal gut. Dann springt er mit elegantem Satz aufs Fensterbrett. Auch gut! Dann untersucht sie das linke Bein und findet gut versteckte, nicht blutende Bissspuren. Aha, der Racker hat wieder mal gerauft. Das macht er sehr gern, denn er hat ständig irgendwelche kleine Blessuren. Oft am Kopf, heute auch oberhalb des Auges.
Der kleine Schwarzbär bekommt ein Schmerzmittel gespritzt und noch Antibiotikum. Vorsorglich, meint die Ärztin. Der Biss sei in der Nähe des Gelenkes und es könnte gut sein, dass sich Bakterien unter der Haut eingenistet haben, und das sei nicht gut fürs Gelenk.
Dann drückt sie mir noch zwei Kanülen mit Antibiotikum in die Hand. Die muss ich ihm übermorgen und nächsten Mittwoch spritzen.
Zuhause angekommen, rast der kleine Rabauke die Treppe hoch und schaut misstrauisch durch die Stufen.

Momentan versteckt er sich unterm Bett, und ich hoffe, dass ich ruhige Weihnachten verbringen kann – mit meinen pelzigen Untermietern.
Euch allen wünsche ich friedvolle und fröhliche Weihnachten – mit unverletzten und gesunden Katzen.
Weihnachtspost
Lili hilft – wie jedes Jahr – fleißig bei der Weihnachtspost. Meistens hockt sie mitten drauf. Wer weiß, was sie da ausbrütet …

Lieschen – das Hausschwein
Lieschen futtert alles. Angefangen bei Tomaten, über Oliven, Artischocken, Nudeln, Salzbretzelchen, Brot, Brokkoli …

Seit gestern weiß ich nun, dass sie auch Weihnachtsplätzchen und Christstollen gegenüber nicht abgezeigt ist. Alles in allem ist Lieschen ein Hausschweinchen im Katzenpelz.
Katerleben im Winter

Wenn draußen der Schnee durch die Luft wirbelt, lässt es sich auf dem Winter-Spezial-Platz neben der Heizung gut aushalten.

Mein kleiner SchwarzSchmutzbär – siehe Pfotenspuren links unten …
Stopp für lange Tiertransporte
Bei Nadine habe ich eben diesen Aufruf gefunden und mich sofort daran beteiligt. Es geht um eine Aktion gegen tagelange Transporte von Schlachttieren.
Ich muss mir dringend überlegen, ob ich nicht endlich Vegetarierin werde. Das Elend der Tiere kann ich nicht ertragen – obwohl ich gern Fleisch esse. Das ist ein sehr schwieriger Widerspruch! Früher, als ich Kind war, habe ich relativ emotionslos zugeschaut, wie Tiere geschlachtet wurden. Aber bis zu ihrem Tod hatten sie ein wunderbares Leben. An der frischen Luft, mit frischem Gras und freiem Auslauf. Der Übergang ins Nirwana fand kurz und schmerzlos innerhalb weniger Sekunden statt. Heutzutage ist das – normalerweise anders. Und acht Stunden Transport sind auch schon eine sehr lange Zeit. Ach … mir geht es in diesem Moment nicht gut … ich denke, ich sollte wirklich kein Fleisch mehr essen.
Wie geht Ihr denn mit diesem heiklen Thema um?
Yoga-Katze
Dieses köstliche Filmchen erinnert mich an meine Rüttelmaschine (Chi-Machine). Auf die platziere ich liegenderweise meine Füße und den Po auf eine rotierende Scheibe, und die Maschine rüttelt mich dann von unten bis oben angenehm durch.
Oft hopst Lili auf meinen Bauch und rüttelt schnurrenderweise mit. Und ich finde das ausgesprochen witzig (meine Lili!). Leider gibt es niemanden, der dann gerade mit der Video-Kamera parat steht.
Schreibtisch-Stilleben
So sieht es (nicht immer) auf meinem Schreibtisch aus.

Wer genau hinschaut, sieht, dass Lili auf einer Katzendecke liegt. Die (die Decke) liegt normalerweise auf meinen Beinen, weil ich gegenüber einem großen Fenster und der Terrassentür sitze. Da zieht es zwar nicht rein, aber warm kommt es von dort auch nicht. Doch kaum stehe ich mal auf und lege die Decke auf den Schreibtisch … schwupps … schon macht mein Katzenhündchen es sich bequem darauf. ;-)
Ramdösig
Vor ein paar Wochen habe ich Lilis Mäulchen mal von innen beäugt. Dabei stellte ich fest, dass sie an zwei Backenzähnen je ein Loch hat. Dachte ich. Die THP, die sich die Zähne dann anschaute, meinte es sei lediglich Zahnstein. Das solle sich aber die Tierzahnärztin anschauen, die einmal im Monat zu ihr kommt, und Katzenzähne behandelt.
Vorgestern war es soweit. Lili wurde sediert (ohne geht gar nix!) und dann der Zahnstein entfernt. Darunter kamen blütenweiße Zähnchen zum Vorschein. Gott sei Dank! Blut wurde bei dieser günstigen Gelegenheit auch noch abgenommen – die THP wolle sicher gehen, dass mit Lilis Körperchen alles in Ordnung ist.
Nach der Aufwachphase war sie ganz ramdösig und schwankte am Nachmittag wie volltrunken durch die Wohnung, übergab sich einmal, schlief dann aber vernünftiger fast die ganze Zeit auf meinem Schoß. Abends war sie dann wieder einigermaßen auf dem Damm, zeigte den ersten Appetit und verputzte ein paar Körnchen. Die völlig offenen Pupillen allerdings wurden erst so gegen Mitternacht normal – also schlitzig bei Licht. Die Nacht verbrachte sie auf einem weichen Kissen – unterm Bett, ihrem Zufluchtsort in nicht geheuren Situationen.
Am frühen Morgen rappelte sie so lange an der verschlossenen Katzenklappe, bis ich sie genervt rausließ. Aber wie war bereits wieder fit und spurtete übers Dach wie gewohnt.
Heute Nachmittag rief mich die THP an und erzählte mir, dass die Blutwerte sehr gut seien – was mich nach den Erfahrungen von vor zwei Jahren sehr glücklich macht.
Momentan liegt mein Katzenhündchen (gestern sagte mein Computerfreak, der zu Besuch war: “Sie läuft dir hinter her wie ein Hund …”) auf meinem Schoß und wärmt meine Oberschenkel. Und wenn ich zwischendurch ihr Köpfchen streichle, macht sie kurz “rrrd”, blinzelt und schläft weiter. Und mir wird ganz warm ums Herz …



