Archiv für Februar 2010

Bäuchlein in die Sonne

Lili leckt mir nach wie vor die Vitaminmischung vom Finger, zu einem bisschen Joghurt wegen der Flüssigkeitszufuhr konnte ich sie auch überreden, und gekochte Pute hat sie auch gefuttert. Jetzt liegt sie in meinem Arbeitszimmer vor der Heizung und lässt sich die Sonne aufs malträtierte Bäuchlein scheinen. Die Fäden habe ich gestern alle gezogen.

Lili

Die unendliche Geschichte … Lili

Wie Ihr seht, habe ich momentan keine Ambitionen hier etwas zu schreiben. Lili frisst fast nichts, ich war am Freitag bei der Tierärztin, die ihr ein bisschen Cortison gespritzt hat und ich selber habe ihr am Samstag und am Sonntag auch eine Cortisonspritze gegeben. Genutzt hat es leider fast nichts. Lili schnuppert am Futter, nimmt ein paar Bröckelchen und das wars dann. Wenn es weiter so geht, wird sie verhungern und vertrocknen, denn trinken tut sie auch nichts. In den letzten Tagen ist es mir gelungen, ihr wenigstens Joghurt einzuflößen – sie hat es vom Finger geleckt. Aber das macht sie heute auch nicht.

Ansonsten ist sie munter, und geht mittlerweile auch raus. Aber ihren Appetit fördert das auch nicht. Ich bin ratlos und verzweifelt.

P. S.: Ich hänge völlig zwischen den Seilen, weil die Tierärztin meint, ich solle ihr weiter Cortison geben, die Heilpraktikerin meint, ich solle ihr kein Cortison geben. Aber was soll ich machen, wenn die Kleine nicht frisst.

P. P. S.: Eben hat sie wenigstens ein bisschen frisch gekochtes Hähnchenfleisch gefuttert. So um die zwei Esslöffel. Wenigstens etwas…

Aber jetzt mal wieder was anderes … Felix

Mein Kuhkater Felix ist ja nicht auf den Kopf gefallen. Er kann zwar raus und rein, wann er will – bis auf die momentane Zeit, wo die Katzenklappe von innen verschlossen ist, ich dann aber aufstehe, wenn er raus will – aber der kleine Kerl hat jetzt eine Türöffnerin engagiert. Dreimal dürft ihr raten, wie die heißt.

Richtig! Die Dienerin heißt Renate und der Ablauf ist folgendermaßen. Felix erhebt sich von seinem Kissen vor der Heizung, schlendert ein wenig im Wohnzimmer herum, spielt mit dem Baldriankissen und dann tippelt er mit einem Schwankegang (seit seine Wirbel zusammenwachsen, ähnelt sein Gang dem vom “Monakko-Franze”, der ja auch Rückenprobleme hatte) zur Wohnungstür. Dort setzt er sich hin und schaut die Tür an. Zwischendurch wirft er einen Blick zurück, ob ich auch mit bekomme, dass er vor der Tür sitzt. Denn dort zu sitzen bedeutet unmissverständlich: ich will raus.

Also erhebt sich die Dienerin vom Sofa (wenn ich im Arbeitszimmer bin, macht er das nämlich nicht, weil er weiß, dass ich ihn von dort nicht sehen kann), öffnet die Tür und geht hinter dem Kuhkater her, der zielstrebig die Treppe runter tippelt.

Felix
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Der erste Kartonbesuch nach der OP

Vorhin bekam Lili ihr Antibiotikum gespritzt. Da das brennt, kann sie das gar nicht leiden und hat mich in die Hand gebissen. Aber das nehme ich gern in Kauf. Danach ist sie erstmal entrüstet davon gelaufen, kam nach einer Weile dann aber wieder und hat einen Karton in meinem Arbeitszimmer entdeckt. In dem hockt sie jetzt…

Karton

Das Klo hat sie auch aufgesucht. Erfolgreich! Das Därmchen arbeitet also weiterhin so wie es soll…

Entwarnung!!!

Mit Glückstränen in den Augen hab ich eben der Ärztin zugehört, die mir mitgeteilt hat, dass die Veränderungen in Lilis Darm gutartig sind. Sie hat – wie viele andere Katzen – IBD. Das kommt in Schüben – wie bei Lili ja seit einigen Jahren, und ist nun, da wir GENAU wissen, was Lili hat, behandeln lässt.
Ihr könnte Euch vorstellen, wie ERLEICHTERT und GLÜCKLICH ich bin. Jetzt werde ich sofort zu Lili gehen, meine Nase in ihr Fell stecken und ihr die gute Nachricht überbringen. Ach!!!

Auf glühenden Kohlen

Das Untersuchungsergebnis ist da, das habe ich um zwölf Uhr erfahren. Und seit dem warte ich darauf, dass man mir sagt, was es bedeutet. Aber die eine Ärztin muss sich erst noch mit der anderen Ärztin besprechen. Mir klopft das Herz bis zum Hals, ich denke, die Leute dort haben keine Ahnung, wie es in mir aussieht, sonst würden sie mich nicht so lange warten lassen. Jetzt ist Viertel nach eins…

Lili erneut zu Hause

Zwei Tage war sie nun im Krankenhaus. Mit Halskrause musste sie im Käfig hocken. Aber es war bestimmt das Beste für sie. Heute ist das Fieber wieder weg. Sie futtert mit Appetit. Und laut Ultraschall arbeitet auch das Därmchen wieder so wie es soll, nachdem das Stück ohne Peristaltik rausgeschnitten wurde.

Halskrause
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Wieder im Krankenhaus

Komme gerade von der Tierklinik, wo ich Lili wieder einliefern musste. Heute Vormittag war noch alles in Ordnung. Sie ging aufs Klo, ging zum Futternapf und fraß ein bisschen. Dann, ab Mittag, fiel mir auf, dass sie ruhiger wurde, nicht mehr hinter mir her tippelte, sondern nur noch auf dem Sofa lag. Ich maß Temperatur. 38,5 normal.

Zum Futternapf ging sie dann nicht mehr und aufs Klo auch nicht (gestern war sie alle zwei Stunden fleißig aufs Klo gegangen und stand auch ständig am Futternapf). Am frühen Abend habe ich wieder Temperatur gemessen. 39,5. Ich rief in der Tierklinik an. 39,5 sei schlecht, wurde mir gesagt. Ich solle sie genau beobachten und wenn das Fieber steige, müsse sie an den Tropf. Da sie mir immer weniger gefiel, sie auch miaute, wenn ich sie hochhob, fuhr ich kurz entschlossen zur Tierklinik. Dort wurde dann bereits 40 Grad Temperatur gemessen. Hohes Fieber also.

Dann ging die Tortur los. Blut abnehmen und Venenkatheder anschließen. Das geht bei Lili eigentlich nur, wenn sie leicht sediert ist. Nach der Vollnarkose am Mittwoch, wollte die Ärztin das – erfreulicherweise – nicht machen. Die hysterisch zeternde Lili wurde in eine Decke gewickelt, bekam ein Maulkörbchen umgebunden, die Helferin hielt sie fest, was trotz Decke gar nicht so einfach war, und dann konnte Blut abgenommen werden. Lili war mittlerweile so schockiert, dass sie keinen Muckser mehr von sich gab.

Jetzt liegt mein krankes Lili-Kätzchen mit Halskrause am Tropf. Fatal ist, dass die Biopsie-Ergebnisse noch nicht da sind, und die Ärztin nicht weiß, warum Lili jetzt plötzlich wieder Fieber bekommt. Ob das nun mit der OP zusammenhängt oder mit ihrer Krankheit … von der man noch nicht weiß, was es ist.

Ich krieg keinen Bissen runter, mir ist schlecht vor Sorge und Angst…

Nach der OP

Vorgestern, nachdem ich Lili aus dem Krankenhaus geholt habe, war sie wieder total verschmust und wich nicht von meiner Seite. Fieber zu messen, war wider Erwarten völlig leicht, kein Gequängel, kein Gefauche. Sie lag ganz ruhig auf meinem Schoß und schnurrte. Ich hab ein bisschen Vaseline auf ihr Popöchen gestrichen und dann das Digitalthermometer eingeführt. Sie hat sich nicht mal bewegt. Fieber hatte sie Gott sei Dank keines, sondern erst 38 , drei Stunden später dann 38.5. Das sind prima Werte.

Gefuttert hat sie auch. Teilweise die leberpastetenartige und wohlriechende Masse (riecht so gut, dass ich sie mir aufs Brot schmieren könnte) von meinem Finger geleckt und später dann auch selbständig aus dem Napf. Ganz offensichtlich hat sie Appetit, denn sie tippelt regelmäßig zu ihrem Futterplatz, wo natürlich nichts steht, denn sonst würden es die gefräßigen Mitbewohner verputzen.

Sie frisst winzige Portionen aber oft, und ich denke, das ist für ihren Verdauungstrakt auch das Beste. Es ist erstaunlich, wie sensibel sie reagiert, scheint wohl zu spüren, was gut für sie ist und was nicht.
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Lili ist wieder Zuhause

Ach, was ist das für ein schöner Anblick, Lili auf meinem Schreibtisch.

Lili

Nach zwei Lili-losen Tagen, in denen ich mich so richtig einsam gefühlt habe, tippelt sie jetzt wieder durch die Wohnung und ist ständig an meiner Seite. Die Bauchbinde habe ich ihr verpasst, damit sie den Verband nicht aufzuppelt, denn der steht an einer Ecke schon weg. Also hab ich ihr ein elastisches Band ums Bäuchlein gewickelt, und das scheint sie nicht zu stören, denn sie kümmert sich überhaupt nicht darum.

Der Verband muss bleiben, damit sie nicht an der OP-Wunde oder den Fäden rumzieht. Die Wunde muss unbehelligt und in aller Ruhe heilen. Die Ärztin war sehr zufrieden, die Wunde sieht gut aus, ihrer Meinung nach. Keine entzündlichen Stellen zu sehen. Die Narbe ist so um die zwölf Zentimeter lang und der ganze Bauch kahl rasiert, 20 Zentimeter in der Länge und 15 Zentimeter in der Breite! Nun darf sie natürlich überhaupt nicht raus, was Gott sei Dank bei ihr nicht tragisch ist, weil sie es sie ohnehin nicht stark nach draußen zieht. Ihre Geschäftchen verrichtet sie sowieso lieber in der Wohnung (hab darüber ja schon berichtet … Badewanne). Natürlich hab ich ihr jetzt ein Klo hergerichtet, und das hat sie auch prompt benutzt und auch gleich ein Würstchen reingelegt, der kleine Darm funktioniert also – obwohl zwei Stellen rausgeschnitten wurden.
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