Lili erneut zu Hause

Zwei Tage war sie nun im Krankenhaus. Mit Halskrause musste sie im Käfig hocken. Aber es war bestimmt das Beste für sie. Heute ist das Fieber wieder weg. Sie futtert mit Appetit. Und laut Ultraschall arbeitet auch das Därmchen wieder so wie es soll, nachdem das Stück ohne Peristaltik rausgeschnitten wurde.

Halskrause
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Wieder im Krankenhaus

Komme gerade von der Tierklinik, wo ich Lili wieder einliefern musste. Heute Vormittag war noch alles in Ordnung. Sie ging aufs Klo, ging zum Futternapf und fraß ein bisschen. Dann, ab Mittag, fiel mir auf, dass sie ruhiger wurde, nicht mehr hinter mir her tippelte, sondern nur noch auf dem Sofa lag. Ich maß Temperatur. 38,5 normal.

Zum Futternapf ging sie dann nicht mehr und aufs Klo auch nicht (gestern war sie alle zwei Stunden fleißig aufs Klo gegangen und stand auch ständig am Futternapf). Am frühen Abend habe ich wieder Temperatur gemessen. 39,5. Ich rief in der Tierklinik an. 39,5 sei schlecht, wurde mir gesagt. Ich solle sie genau beobachten und wenn das Fieber steige, müsse sie an den Tropf. Da sie mir immer weniger gefiel, sie auch miaute, wenn ich sie hochhob, fuhr ich kurz entschlossen zur Tierklinik. Dort wurde dann bereits 40 Grad Temperatur gemessen. Hohes Fieber also.

Dann ging die Tortur los. Blut abnehmen und Venenkatheder anschließen. Das geht bei Lili eigentlich nur, wenn sie leicht sediert ist. Nach der Vollnarkose am Mittwoch, wollte die Ärztin das – erfreulicherweise – nicht machen. Die hysterisch zeternde Lili wurde in eine Decke gewickelt, bekam ein Maulkörbchen umgebunden, die Helferin hielt sie fest, was trotz Decke gar nicht so einfach war, und dann konnte Blut abgenommen werden. Lili war mittlerweile so schockiert, dass sie keinen Muckser mehr von sich gab.

Jetzt liegt mein krankes Lili-Kätzchen mit Halskrause am Tropf. Fatal ist, dass die Biopsie-Ergebnisse noch nicht da sind, und die Ärztin nicht weiß, warum Lili jetzt plötzlich wieder Fieber bekommt. Ob das nun mit der OP zusammenhängt oder mit ihrer Krankheit … von der man noch nicht weiß, was es ist.

Ich krieg keinen Bissen runter, mir ist schlecht vor Sorge und Angst…

Nach der OP

Vorgestern, nachdem ich Lili aus dem Krankenhaus geholt habe, war sie wieder total verschmust und wich nicht von meiner Seite. Fieber zu messen, war wider Erwarten völlig leicht, kein Gequängel, kein Gefauche. Sie lag ganz ruhig auf meinem Schoß und schnurrte. Ich hab ein bisschen Vaseline auf ihr Popöchen gestrichen und dann das Digitalthermometer eingeführt. Sie hat sich nicht mal bewegt. Fieber hatte sie Gott sei Dank keines, sondern erst 38 , drei Stunden später dann 38.5. Das sind prima Werte.

Gefuttert hat sie auch. Teilweise die leberpastetenartige und wohlriechende Masse (riecht so gut, dass ich sie mir aufs Brot schmieren könnte) von meinem Finger geleckt und später dann auch selbständig aus dem Napf. Ganz offensichtlich hat sie Appetit, denn sie tippelt regelmäßig zu ihrem Futterplatz, wo natürlich nichts steht, denn sonst würden es die gefräßigen Mitbewohner verputzen.

Sie frisst winzige Portionen aber oft, und ich denke, das ist für ihren Verdauungstrakt auch das Beste. Es ist erstaunlich, wie sensibel sie reagiert, scheint wohl zu spüren, was gut für sie ist und was nicht.
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Lili ist wieder Zuhause

Ach, was ist das für ein schöner Anblick, Lili auf meinem Schreibtisch.

Lili

Nach zwei Lili-losen Tagen, in denen ich mich so richtig einsam gefühlt habe, tippelt sie jetzt wieder durch die Wohnung und ist ständig an meiner Seite. Die Bauchbinde habe ich ihr verpasst, damit sie den Verband nicht aufzuppelt, denn der steht an einer Ecke schon weg. Also hab ich ihr ein elastisches Band ums Bäuchlein gewickelt, und das scheint sie nicht zu stören, denn sie kümmert sich überhaupt nicht darum.

Der Verband muss bleiben, damit sie nicht an der OP-Wunde oder den Fäden rumzieht. Die Wunde muss unbehelligt und in aller Ruhe heilen. Die Ärztin war sehr zufrieden, die Wunde sieht gut aus, ihrer Meinung nach. Keine entzündlichen Stellen zu sehen. Die Narbe ist so um die zwölf Zentimeter lang und der ganze Bauch kahl rasiert, 20 Zentimeter in der Länge und 15 Zentimeter in der Breite! Nun darf sie natürlich überhaupt nicht raus, was Gott sei Dank bei ihr nicht tragisch ist, weil sie es sie ohnehin nicht stark nach draußen zieht. Ihre Geschäftchen verrichtet sie sowieso lieber in der Wohnung (hab darüber ja schon berichtet … Badewanne). Natürlich hab ich ihr jetzt ein Klo hergerichtet, und das hat sie auch prompt benutzt und auch gleich ein Würstchen reingelegt, der kleine Darm funktioniert also – obwohl zwei Stellen rausgeschnitten wurden.
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Lili kommt heute heim

Um drei Uhr darf ich Lili heute abholen.

Ich muss sie füttern, das heißt, ihr Futter einflößen, weil sie noch nicht selbständig frisst. Warum, das werde ich wohl später erfahren. Dann muss ich alle drei Stunden Fieber messen bei ihr, und hoffe, dass ich das gut hinkriege. Werde gleich mal die Batterie für mein Schnell-Messthermometer ersetzen.

Ich freue mich so sehr auf mein kleines krankes Katzenmäuschen und hoffe mit meiner ganzen Kraft, dass die Untersuchungsergebnisse wirklich nur eine Futtermittelallergie ergeben. Und ich hoffe, dass ich nicht mehr allzu lange darauf warten muss … morgen vielleicht.

Danke für Eure guten Gedanken und lieben Kommentare!

P. S.: Meine Nachbarin ist Ärztin, zwar Humanmedizinerin, aber immerhin. Sie kann mir helfen, wenn Not am Mann ist, beispielsweise beim Spritzen geben oder solchen Dingen. Mit so jemandem Wand an Wand zu wohnen, ist manchmal sehr hilfreich.

Worüber ich mich ärgere

Spreche ich mit Tierärzten über die Probleme von Lili und Felix, so werde ich bombardiert mit Fachbegriffen, von denen ich nicht den Schimmer einer Ahnung habe.

Können die nicht “deutsch” sprechen? Die wissen doch ganz genau, dass (und jeder Laie) medizinische Fachausdrücken so ähnlich wie chinesisch sind. Das werde ich beim nächsten Mal SEHR deutlich zum Ausdruck bringen, denn in der jeweiligen Situation bin ich so verwirrt und voller Angst, dass ich mich gar nicht traue zu fragen, was denn nun das – unaussprechliche Wort – bedeutet.

Ich finde das grundsätzlich unmöglich und werde das endlich mal unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Denn das ärgert mich schon lange. Ich habe große Angst um mein Tier und bekomme Begriffe um die Ohren gehauen, die mich nicht beruhigen, sondern nur noch mehr verunsichern. WEIL ICH NICHT WEISS, WAS SIE BEDEUTEN. Das ist so ähnlich, wie wenn ich einem Bildbearbeitungs-Laien sage, er solle doch mal die Ebene duplizieren und den Modus auf multiplizieren setzen.

Operation ueberstanden

Vor wenigen Minuten hat Lili sich nach der OP das erste Mal auf die Beine gestellt. Bei der OP als solcher waren keine besonders gefährlich Auffälligkeiten sichtbar.* Das heißt aber leider nichts, relevant sind die Ergebnisse der Gewebeproben. Die wurden entnommen von Darm, Bauchspeicheldruese und Leber.
Es ist entweder Krebs oder eine Futtelmittelallergie. Zumindest habe ich das so verstanden. Da meine Kleine vor fünf Wochen schon auf Krebs untersucht wurde, hoffe ich, dass sie nur allergisch auf bestimmte Futtermittel reagiert. Und ich hoffe auch, dass ich sie morgen nach Hause holen kann. Sie fehlt mir so! Und nun heißt es warten – auf die Untersuchungsergebnisse der Gewebeproben. Bitte schickt all Eure guten Wünsche zu der kleinen kessen und doch so sensiblen Lili. Sie ist doch noch nicht mal neun Jahre alt.

* zwei Stunden später: Wie ich eben begriffen habe, waren da doch Auffälligkeiten und Lili wurden Teile des Darms entfernt. “Morphologische Veränderungen” wurden festgestellt. Was das alles bedeutet, werde ich morgen erfahren. Ach…

Lili wird morgen operiert

Es ist ein sehr merkwürdiges und befremdliches Gefühl, nach Hause zu kommen ohne dass Lili die Katzenleiter runter brettert und mich maunzend auf dem Hof begrüßt. Sie kennt das Geräusch meines Autos und empfängt mich immer.

Vorhin konnte sie das nicht, weil ich sie in die Tierklinik nach Germering gebracht habe, wo sie morgen operiert wird. Ihr kranker Darm wird angeschaut und möglicherweise wird gleich das Stück, das keine Perestaltikbewegungen hat, rausgeschnitten. Außerdem werden an verschiedenen Darmstellen Gewebeproben entnommen, die dann genau untersucht werden. Ich hoffe und wünsche so sehr, dass alles gutartig ist!

Die Kleine hat den ganzen Tag nichts gefuttert und auch kein Wasser geschlabbert. und vorhin bei der Einlieferung wurde hohes Fieber festgestellt. Sie ist wohl sehr krank! Ich verstehe das nicht, weil vor fünf Wochen ja alles in Ordnung schien … ich hoffe, dass seinerzeit nichts übersehen oder nicht ernst genommen wurde.

Als ich mich von meiner geliebten Lili vorhin verabschiedet habe, lag sie ganz ruhig und schnurrend in meinem Arm. Ich habe leise “Auf Wiedersehen” in ihr Öhrchen geflüstert…

Naschkatze

Tuete

Lili, mon amour

Das Wichtigste im Leben meiner kleinen Lili ist – völlig ungewöhnlich für eine Katze – nicht fressen, sondern kuscheln.

Heute Abend, nachdem sie sich einigermaßen wieder auf den Beinen halten konnte, war das einzige, was sie wollte, auf den Schreibtisch springen und sich auf meinen Schoß oder vor die Tastatur legen.

Ich habe heute Abend noch fast eine Stunde telefoniert, mit der Tierheilpraktikerin und der Klinik, die Lili vor fünf Wochen untersucht hat. Damals waren ihre Darmschlingen in Ordnung. Es bleibt also nur zu hoffen, dass die Kleine sich wieder berappelt. Ein paar Körnchen hat sie mittlerweile auch zerbissen und geschluckt. Und momentan wartet sie wieder neben der Tastatur, dass sie sich an mich kuscheln kann. Ich werde sie jetzt mit aufs Sofa nehmen und eine gaaaaaanz ausgiebige Kuschelrunde mit ihr einlegen. Denn das ist ihr wirklich das Wichtigste im Leben. Kuscheln, kuscheln, kuscheln. Sobald irgend jemand meine Wohnung betritt und sich irgendwo hinsetzt … Lili liegt auf dem Schoß des Besuchs. Lili braucht Liebe wie niemand sonst, den ich kenne. Menschen- und katzenmäßig. Und genau das ist es, was ich so an ihr liebe.

Felix liegt übrigens vor dem Heizkörper und schläft. Wie er sich zur Zeit verhält, darüber berichte ich morgen. Denn der kleine Racker hält sich seit neuestem eine Türöffnerin … die weit nach Mitternacht noch parat steht, um ihn raus- oder reinzulassen.

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